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Was bringt Menschen dazu, ihre Heimat zu verlassen und ein besseres Leben zu suchen? | Bild: © earthlink e.V. [alle Rechte vorbehalten] -
Wasser: Großkonzerne verdienen Milliarden- die Menschen leiden
München plant aktuell eine Ausweitung des Trinkwasserschutzgebietes im Mangfalltal, wo rund 80 Prozent des Leitungswassers der Stadt herkommen. Das Ziel: Die Qualität schützen. München hat seit 1883 Wasserrechte in der Region, für die Menschen vor Ort würde das jedoch erhebliche Einschränkungen bedeuten 1)BR 24: Trinkwasser- Streit zwischen Landkreis Miesbach und München; nicht mehr verfügbar.
Streitigkeiten wie diese, um die wertvollste aller Ressourcen, treten immer öfter auf. Für die meisten Menschen kommt sie für circa zwei Cent pro Liter aus der Leitung oder steht für 19 Cent im Supermarktregal 2)Focus: Dreckiges Geschäft mit Wasser: Mit zwei Tricks machen Konzerne aus Leitungswasser Gold; Artikel vom 22.03.2017. Obwohl die Vereinten Nationen Wasser zu einem Menschenrecht erklärten, haben dennoch weltweit rund 800 Millionen Menschen keinen gesicherten Zugang zu sauberem Trinkwasser. Dabei handelt es sich um ein lebensnotwendiges Grundnahrungsmittel.
Die Knappheit des Wassers hat zu einem erbitterten Kampf geführt. In den 1990er Jahren privatisierten viele Länder die Wasserversorgung. Das führte dazu, dass heute eine Reihe großer Konzerne den globalen Wassermarkt bestimmen. Sie führen ihren Kampf meist gegen einige der ärmsten Länder überhaupt 3)Wasser macht gesund: Der Kampf um die Wasserrechte; Aufgerufen am 09.10.2018. Der Verkauf von Wasserrechten an internationale Großunternehmen verursacht, dass der Zugang der Bevölkerung zu der Ressource immer schwieriger und kostspieliger wird, während die Konzerne Milliarden verdienen. Die Preise für Wasser steigen-die Qualität jedoch sinkt mit der Zunahme der internationalen Ausbeutung drastisch 4)Global Research: The Groundwater Foodprint: The Privatizaion of the World’s Water Resources; Artikel vom 14.08.2012. Die Ironie: Die Menschen vor Ort arbeiten meist unter katastrophalen Bedingungen- bis zu 12 Stunden täglich- in den Fabriken und füllen Wasser in enormen Mengen ab- ihnen bleibt das blaue Gold jedoch oft verwehrt.
Neben Danone, Coca Cola oder Pepsi Cola rückt bei diesem Thema der Schweizer Großkonzern Nestlé in den Fokus. Weltweit kauft das Unternehmen Rechte von staatlichen Wasserbehörden. Anschließend wird das Wasser direkt aus dem Grundwasser abgepumpt, gereinigt und in Flaschen abgefüllt. Der zuständige Bereich „Nestlé Waters“ hat 95 Produktionsstandorte in 34 Ländern auf der ganzen Welt 5)Orange: Warum Nestlé so unbeliebt ist; Artikel vom 22.02.2918. Alleine im letzten Jahr machte das Unternehmen so einen Umsatz von mehr als 7 Milliarden Schweizer Franken- knapp 6,5 Milliarden Euro.
Der Vorwurf, der dabei im Raum steht: Nestlé pumpt das Wasser meist in Ländern ab, in denen die Ressource ohnehin schon knapp ist. Das hat Auswirkungen auf Umwelt und Menschen.
Für die Umwelt bedeutet die massive Ausbeutung ein Verlust an Wasser für die Natur. Demnach sinkt der Grundwasserspiegel enorm ab und es kommt zu Dürren und dem Vertrocknen des Bodens. Auch die Brunnen versiegen zunehmend. Demnach fehlt den Menschen immer häufiger das Wasser, um ihre Felder zu bewirtschaften und ausreichend Nahrung zu ernten. Bevor ein Mensch verhungert, verdurstet er jedoch. Viel schlimmer noch ist also, dass durch die Ausbeutung immer mehr Menschen dazu gezwungen werden, viel Geld für Trinkwasser auszugeben oder verunreinigtes Wasser aus Flüssen oder Seen trinken müssen. Der Teufelskreislauf wäre also vollendet, wenn die Menschen, die durch die großen Konzerne des Wassers bestohlen werden, schlussendlich an den Folgen des verunreinigten Wassers sterben, weil sie keinen Zugang zu ihrem eigenen sauberen Trinkwasser mehr haben 6)Global Research: The Groundwater Foodprint: The Privatizaion of the World’s Water Resources; Artikel vom 14.08.2012.
In Südafrika waren die Auswirkungen dieses Jahr stark zu spüren: In dem Land herrschte wegen einer Dürre eine regelrechte Wasserkrise. In Kapstadt gilt seit Anfang Februar eine offizielle Wassersparstufe: Pro Kopf dürfen maximal 50 Liter am Tag verbraucht werden. Im Vergleich: Jeder Deutsche verbraucht im Schnitt 120 Liter pro Tag. Zu der Knappheit kommen hohe Preise für Trinkwasser. Eine Flasche des dort verkauften Nestlé- Wassers kostet umgerechnet einen Euro- hier, wie oben beschrieben, gerade einmal 19 Cent 7)Orange: Warum Nestlé so unbeliebt ist; Artikel vom 22.02.2918. Dass immer mehr Menschen aus Gebieten fliehen, in denen der Zugang zu Trinkwasser so schwer ist, ist daher wenig verwunderlich.
Sollte der Verkauf von Wasserrechten nicht eingedämmt werden, steuern wir als Weltgemeinschaft auf ein großes Problem zu. Wasser darf nicht nur den Reichsten unter uns vergönnt sein- immerhin ist es ja ein erklärtes Menschenrecht.
Jeder Einzelne kann bei der täglichen Nutzung von Wasser etwas darauf achten. Beispielsweise wäre ein Schritt in die richtige Richtung, kein Wasser mehr in Plastikflaschen zu kaufen- schließlich kann man nie sicher sein, wo das blaue Nass wirklich herkommt. Stattdessen sollten wir Wasser von örtlichen Anbietern trinken, das aus Quellen der Region kommt- unser Leitungswasser.
Fußnoten und Quellen:
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