Seiten
Kategorien
 Bild (Ausschnitt): ©  401(K) 2012 [CC BY-SA 2.0]  - Flickr

Steuerabkommen

Bild (Ausschnitt): © 401(K) 2012 [CC BY-SA 2.0] - Flickr

Die angemessene Versteuerung von schnell beweglichem Kapital hat sich in einer globalisierten Wirtschaft zu einer großen Herausforderung entwickelt. Doch nicht nur in Industrieländern stellt illegale Steuerflucht und legale Steuervermeidung die Staaten vor Probleme.

http://www.dreamstime.com/royalty-free-stock-images-businesspeople-shaking-hand-close-up-over-heap-banknotes-image54969399

(c) Andreypopov Dreamstime Internationale Konzerne sparen Milliarden durch Steuerdeals zwischen Industrie- und Entwicklungsländern.

Besonders die Länder des globalen Südens haben unter massiven Einkommenseinbußen zu leiden. Ursache hierfür sind unter anderem bilaterale Steuerabkommen mit westlichen Staaten, die sich vor das jeweilige nationale Recht schalten. Doppelbesteuerungsabkommen sollen multinational agierende Unternehmen vor doppelter Besteuerung schützen. Dabei werden die Entwicklungsländer bei den Verhandlungen von den Industriestaaten massiv unter Druck gesetzt, sodass der Großteil der Steuern in den Globalen Norden wandert. Allerdings setzten sich auch Entwicklungsländer gegenseitig unter Druck.  Sie konkurrieren um die günstigsten Investitionsbedingungen, um internationale Kapitalgeber anzulocken. Im Ergebnis zahlen internationale Unternehmen in Entwicklungsländern oft gar keine oder kaum Steuern.

Alleine in Afrika schätzt der IWF die verlorenen Steuereinnahmen auf 175 Milliarden Euro, dreimal so viel wie an westlicher Entwicklungshilfe in den Kontinent fließt. Laut ActionAid sind nur 15 Prozent der afrikanischen Finanzdefizite auf Korruption zurückzuführen, Steuervermeidung hingegen ist für ganze 60 Prozent der Einkommensausfälle verantwortlich. Mittel, die für Entwicklungsprogramme, soziale Sicherung und generelle staatliche Investitionen fehlen. Armut in weniger entwickelten Ländern ist somit mitunter auch direkt auf solche Abkommen zurückzuführen. Diese wird zum Auslöser von Flucht vor mangelnden Perspektiven, Mittellosigkeit und Hunger.

Anreize, solche Abkommen zu schließen, erscheinen für die Entwicklungsländer dabei auf den ersten Blick schlüssig. Es sollen mehr Sicherheit und günstige Konditionen für internationale Kapitalgeber geschaffen werden, um die Investitionen in die jeweilige Wirtschaft zu stärken. Zudem wird oft argumentiert, dass Doppelbesteuerung von Gewinnen verhindert werden soll.

Die Mehreinnahmen bleiben jedoch häufig aus, da unversteuertes Kapital keine direkten Einkommen für die Staaten bedeuten. Im Gegenteil schaden die Abkommen sogar den heimischen Unternehmen, die nach wie vor regulär Steuern zu entrichten haben und so einen massiven Wettbewerbsnachteil hinnehmen müssen. Zudem ist der Doppelbesteuerung meist schon im nationalen Recht ein Riegel vorgeschoben. Da internationale Unternehmen außerdem oft keine Steuern auf ausländische Erlöse in ihren Heimatländern zu entrichten haben, steht am Ende statt einer Doppelbesteuerung eine zweifache Steuervermeidung.

6909399053_fc4b37abf3_z

(c) Oxfam International (CC BY-NC-ND 2.0)Flickr Ein Tropfen auf dem heißen Stein – Entwicklungshilfe versickert ohne Wirkung, da entgangene Steuergelder ein Vielfaches betragen.

Das Europäische Parlament und sogar die Europäische Kommission sowie die OECD haben im letzten Jahr auf die Risiken für Entwicklungsländer hingewiesen und diese vor den Folgen solcher Verträge gewarnt. Doch Regulierung ist aufgrund des bilateralen Charakters der Abkommen schwierig. Helfen kann nur eine breite Aufklärung über die Auswirkungen der Steuerabkommen, sowohl bei westlichen, aber insbesondere bei den benachteiligten Ländern des globalen Südens. Insbesondere Staaten wie Deutschland, die sehr einseitige Steuerabkommen mit Entwicklungsländern schließen, sollten weniger egoistisch und mehr verantwortungsbewusst handeln.

Beitrag teilen und unterstützen! (Bisher 45 Mal geteilt)
Weitere interessante Infos:
 Der Fluss Shatt Al Arab ist durch Klimawandel und Verschmutzung bedroht | Bild (Ausschnitt): © David Stanley [CC BY 2.0] - flickr

Massive Verschmutzung in irakischer Stadt Basra macht Bewohner krank

Einst war die irakische Stadt Basra als "Venedig des Nahen Ostens" bekannt. Die Herrscher des osmanischen Reichs hatten zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert Kanäle in der Provinzhauptstadt errichtet. Basra mit seinen Wasserstraßen gehört zu ...
Junge in Mosambik nach dem Zyklon Idai am 14. März 2019 Junge in Mosambik nach dem Zyklon Idai am 14. März 2019 | Bild (Ausschnitt): © Climate Centre [CC BY-NC 2.0] - Flickr

Mosambik leidet noch Monate nach Wirbelsturm: Wie der Klimawandel Naturkatastrophen und ihre Folgen verstärkt

Der Wirbelsturm "Idai" traf Mosambik bereits im März 2019, er kostete 1000 Menschen das Leben. Und obwohl seit dem Sturm ein halbes Jahr vergangen ist, ist die Bevölkerung vor Ort immer noch massiv auf Hilfsleistungen ...
U-Boot der Dolphin-Klasse der israelischen Marine im April 2010 U-Boot der Dolphin-Klasse der israelischen Marine im April 2010 | Bild (Ausschnitt): © shlomiliss [CC BY 3.0] - Wikimedia Commons

Israels Sicherheit als deutsche Staatsräson – darum ist die subventionierte Lieferung deutscher U-Boote nach Tel Aviv mit diesem Grundsatz unvereinbar

„Drakon“, „Tanin“ oder „Leviathan“ (zu deutsch: „Drache“, „Krokodil“ oder „Seeungeheuer“) – so nennt die israelische Marine ihre U-Boote der Dolphin-Klasse. Sie stellen mit das beste dar, was der Markt zu bieten hat: die neueste Version ...
 Glencore-Mine in der DR Kongo | Bild (Ausschnitt): © Dave Dyet [CC BY-NC 2.0] - flickr

DR Kongo – Wie ausländische Bergbauunternehmen das Land ausbeuten

Kobalt, ein weitgehend unscheinbares Metall, ist für rohstoffintensive Industriezweige wie zum Beispiel die Automobil- oder Elektronikbranche in Deutschland von großer Wichtigkeit. Die schweizerische Firma Glencore, die weltweit größte im Rohstoffhandel tätige Unternehmensgruppe, hat vor wenigen ...
Amazonas Abholzung Der Amazonas-Regenwald brennt aufgrund von Abholzung. Pirititi, Brasilien | Bild (Ausschnitt): © Karl-Ludwig Poggemann [ (CC BY 2.0) ] - flickr

Amazonas in Flammen: Wie unsere Lebensweise den größten Regenwald der Erde zerstört

Seit mehr als 16 Tagen brennen Tausende von Hektaren des brasilianischen Amazonas-Regenwaldes. Er ist der größte Regenwald der Welt und gilt als die Lunge des Planeten, da er 20 Prozent des weltweiten Sauerstoffs produziert. Die ...
 | Bild (Ausschnitt): © La Moncloa - Gobierno de España [CC BY-NC-ND 2.0] - flickr

G7-Gipfel in Biarritz: Kosten in Millionenhöhe und wenig Ergebnisse

Die soziale Ungleichheit nimmt weltweit zu – und große Industriestaaten haben einen erheblichen Anteil daran. Zum diesjährigen Gipfeltreffen der sogenannten G7 (Frankreich, Deutschland, Italien, Großbritannien, Kanada, USA und Japan) im französischen Biarritz erklärte Gastgeber Emmanuel ...
Ausführlicher Hinweis zum Datenschutz
[contentblock id=datenschutz]

Diesen Hinweis schließen

Jetzt den earthlink-Newsletter abonnieren:



Das Formular
wird geladen -
bitte einen Moment ...
PGlmcmFtZSBmcmFtZWJvcmRlcj0iMCIgYm9yZGVyPSIwIiBzdHlsZT0iYm9yZGVyOm5vbmU7IiBjbGFzcz0iYXV0b0hlaWdodCIgc3JjPSJodHRwOi8vd3d3LmVhcnRobGluay5kZS8/d3BtbG1ldGhvZD1vZmZzaXRlJmlmcmFtZT0xJmxpc3Q9MSIgaGVpZ2h0PSI0MDAiPg0KCTxwPkRhcyBGb3JtdWxhciBsw6RkIC0gYml0dGUgZWluZW4gTW9tZW50IHdhcnRlbiAuLi48L3A+DQo8L2lmcmFtZT4=
Ihre Daten behalten wir für uns!
Unsere Datenschutzerklärung
Auf welchem Weg möchten Sie uns unterstützen?

Liebe Leserinnen und Leser:

Verzeihen Sie bitte die Störung. Heute bitten wir Sie um Ihre Unterstützung. Unsere Kampagne "Fluchtgrund" erfährt großen Zuspruch und viel Lob für die umfangreichen und fundierten Informationen, die wir auf dieser Website bieten. Die Informationen werden genutzt von Interessierten, die sich objektiv über die Gründe informieren möchten, die Menschen dazu bringen ihre angestammte Heimat zu verlassen, von Schülerinnen und Schülern um Referate vorzubereiten, aber auch von Journalistinnen und Journalisten auf der Suche nach detaillierten Hintergrundinformationen. Aber nur ein Bruchteil der Nutzer spendet.

Trotzdem ein großer Teil der Arbeit durch Ehrenamtliche erbracht wird, kostet die Kampagne auch Geld. Hier sind wir auf Ihre Spende angewiesen! Wenn alle, die dies lesen, einen kleinen Beitrag leisten, hätten wir in einem Monat das Geld zusammen, das wir für ein Jahr benötigen. Schon der Preis einer Tasse Kaffee würde genügen. Es ist leicht, diese Nachricht nicht zu beachten und die meisten werden das wohl tun.

Wenn Sie diese Website nützlich finden, nehmen Sie sich jetzt bitte eine Minute Zeit und geben Sie mit Ihrer Spende etwas zurück. Herzlichen Dank!

SPENDENKONTO: earthlink e.V., IBAN: DE66 7002 0500 0008 8885 00, BIC: BFSWDE33MUE - Was passiert mit meiner Spende?

Auf welchem Weg möchten Sie uns unterstützen?

Sie können uns Ihre Spende online per PayPal zukommen lassen. Wenn Sie noch kein PayPal-Konto haben, können Sie hier auch mit Kreditkarte spenden.

SPENDENKONTO: earthlink e.V., IBAN: DE66 7002 0500 0008 8885 00, BIC: BFSWDE33MUE - Was passiert mit meiner Spende?

Auf welchem Weg möchten Sie uns unterstützen?

Herzlichen Dank für Ihre Spendenbereitschaft!

Ihre Spende können Sie gerne auf unser Spendenkonto überweisen oder einzahlen:

[contentblock id=spendenkonto]

SPENDENKONTO: earthlink e.V., IBAN: DE66 7002 0500 0008 8885 00, BIC: BFSWDE33MUE - Was passiert mit meiner Spende?