Seiten
Kategorien

Weltweiter Rückgang an fruchtbaren Böden bedroht die Existenz von Millionen von Menschen

-

  Bild: © Miguel M. Almeida [CC BY-NC 2.0]  - flickr

Bild: © Miguel M. Almeida [CC BY-NC 2.0] - flickr

Weltweiter Rückgang an fruchtbaren Böden bedroht die Existenz von Millionen von Menschen

Weltweit ist ein Rückgang an landwirtschaftlich nutzbaren Böden sowie deren Fruchtbarkeit zu beobachten. Besonders von diesem Phänomen betroffen sind Menschen in Afrika und Asien, aber auch in Lateinamerika. Die Ursachen hierfür sind vielfältig und gehen oftmals miteinander Hand in Hand. So sind beispielsweise der Klimawandel, das Anwachsen der Bevölkerung in vielen der betroffenen Länder oder die Übernutzung von Böden durch Industrie und Landwirtschaft mit ausschlaggebend für den fortschreitenden Verlust an fruchtbaren Böden. Gerade der letzte Punkt kann von Industrienationen und dem Konsumverhalten ihrer Bevölkerungen maßgeblich mit beeinflusst werden. Wie viel Baumwolle wir importieren oder wie viel Fleisch wir aus industrieller Massentierhaltung konsumieren, spielt hier also eine wichtige Rolle. 1) DW: Bodenerosion wird zur globalen Gefahr; Artikel vom 17.06.2017 Überweidung, Nährstoffmangel durch einseitige Bewirtschaftung und die Abholzung von Regenwald sind direkt auf menschliches Verhalten zurückzuführen, doch auch indirekt vom Menschen hervorgerufene Faktoren wie Überschwemmungen und die Ausbreitung von Wüsten durch den Klimawandel führen zur Erosion von fruchtbaren Böden. 2) Welt.de: Alarmstufe Rot für die Böden Afrikas; Artikel vom 01.05.2013   Diese spielen jedoch eine zentrale Rolle im natürlichen Ökosystem, denn sie bauen totes organisches Material ab, filtrieren Niederschläge und bilden die Basis für neues Wachstum. 3) National Geographic: 75 Prozent der weltweiten Landflächen sind degradiert; Artikel vom 05.04.2018 Durch landwirtschaftliche Überlastung und Fehlnutzung können sie diese wichtigen Aufgaben aber immer schlechter oder gar nicht mehr erfüllen. Die Zahl der Flächen, die nicht mehr zum Anbau von Nahrungsmitteln genutzt werden können oder deren Fruchtbarkeit zurückgeht, steigt dramatisch an – vor allem auf dem afrikanischen Kontinent. Der damit verbundene Rückgang von Ernten hat verheerende Auswirkungen auf die Ernährungssituation der Bevölkerung zahlreicher Länder sowie auf die dortige Landwirtschaft im Allgemeinen als wichtigen Arbeitssektor. Mehr als zwei Drittel der Menschen in Afrika sind in der Landwirtschaft tätig. Bodenerosion wird weitgehend unterschätzt als ein Faktor, der Menschen in die Flucht aus ihren Heimatländern treibt.

Desertifikation Bild: © Rockin’Rita CC BY-NC-ND 2.0flickr

In Afrika sind jedoch bereits ca. 75 Prozent der Ackerböden mehr oder weniger stark degradiert und die Zahl der Menschen, die hungern müssen, liegt aktuell bei ca. 200 Millionen. 4) Oxfam Deutschland: 2014: Die afrikanische Landwirtschaft steht am Scheideweg; Artikel vom 29.01.2014  Klimawandel und Degradation fruchtbarer Flächen werden den Hunger in Afrika weiterhin verschärfen und viele Menschen zur Flucht zwingen, wenn nicht etwas gegen diese Zerstörung unternommen wird. Außerdem führt die zunehmende Knappheit an landwirtschaftlicher Nutzungsfläche bereits zu gewalttätigen Konflikten um den Zugang zu diesen. Auch die Anzahl solcher Konflikte könnte bei einer weiteren Verschärfung der Situation ansteigen. 5) Greenpeace: Klimawandel verstärkt die Wüstenbildung; Bericht vom Juni 2006 So gilt schon heute beispielsweise in Nigeria der Kampf um fruchtbares Land als eines der größten Sicherheitsrisiken. Bauern und als Nomaden lebende Viehhirten konkurrieren hier um immer knapper werdende Äcker und Weideland. 6) DW: Nigeria: Tödlicher Kampf ums grüne Gras; Artikel vom 03.05.2016  Die Lebensgrundlagen für Nomaden, Viehhirten und Landwirte schwinden mit den fruchtbaren Landflächen. Wenn eine Region durch Desertifikation, also die vom Menschen verursachte Wüstenbildung, der dort lebenden Bevölkerung keine ausreichende landwirtschaftliche Basis mehr bietet, müssen die Menschen abwandern. Trotz mittlerweile zahlreicher auch internationaler Lösungsversuche konnte die Desertifikation nicht entscheidend eingedämmt werden. Die Ertragsverluste sind derweil enorm und stellen eine Gefahr für die Lebensgrundlage vieler Menschen dar. Es besteht daher ein starker Zusammenhang zwischen Desertifikation und Flucht. Alleine in den Dürregebieten Subsahara-Afrikas sind in den nächsten Jahren etwa 60 Millionen Menschen von schwerwiegender Bodendegradation so sehr bedroht, dass sie in andere Regionen oder Länder abwandern müssen. 7) Deutsches Institut für Entwicklungspolitik: Das sind die Herausforderungen der „Dürremigration“; Kolumne vom 17.06.2019 So sind einerseits fehlendes Wissen über nachhaltige und bodenschonende Anbaumethoden, der Einsatz von anorganischen Düngemitteln und der massive Anstieg der Bevölkerung in vielen betroffenen Ländern Gründe für die Übernutzung und Zerstörung fruchtbarer Flächen vor Ort. Jedoch leisten auch große Industrienationen einen Beitrag zu der voranschreitenden Degradation vor allem in Afrika. Die Nachfrage nach pflanzlichen Produkten, die in Monokultur und nicht bodenschonend angebaut werden, fördert zum Beispiel die Abnehmende Fruchtbarkeit von Anbauflächen. Zu diesen pflanzlichen Produkten zählen unter anderem Baumwolle und Erdnüsse, aber auch Palmöl. Weiterhin führt massiver Fleischkonsum letztendlich ebenfalls zur Überlastung der Äcker, auf denen Futtermittel für die Tiermast in großen Mengen angebaut werden müssen. 8) Terra Verde: Globale Aufgabe; zuletzt aufgerufen am 19.09.2019  Es steht daher außer Frage, dass im Falle einer immer weiter fortschreitenden Bodendegradation mehr und mehr Menschen ihre Lebensgrundlage verlieren und sich zur Flucht in andere Regionen genötigt sehen werden. Der Anstieg von bewaffneten Konflikten um fruchtbares Land verstärkt dies zusätzlich. Es ist daher nicht nur wichtig, vor Ort nachhaltigere Anbaumethoden zu etablieren und beispielsweise durch Aufforstungsprogramme den Rückgang fruchtbarer Flächen einzudämmen, sondern auch in den Industrieländern und bei den Konsumenten von Fleisch und pflanzlichen Produkten aus Monokulturen muss ein Umdenken stattfinden. Sinkt hier die Nachfrage, sinkt auch die Belastung der Böden.

Beitrag teilen und unterstützen! (Bisher 21 Mal geteilt)

Fußnoten und Quellen:   [ + ]

Rebecca / earthlink

Ich bin Rebecca, 24 Jahre alt und Studentin der Politikwissenschaften und Soziologie. Aktuell mache ich ein zehnwöchiges Praktikum bei earthlink und freue mich, Einblicke in die Arbeit einer Non-Profi-Organisation zu erhalten.

Keine Kommentare

Einen Kommentar schreiben



Weitere interessante Infos:


 Die Massentierhaltung für unseren Konsum fördert Welthunger und Fluchtgründe | Bild (Ausschnitt): © James Hill [CC BY-NC-ND 2.0] - flickr

Sojaanbau, Abholzung & Klimawandel – Wie unser Fleischkonsum zu Fluchtursachen beiträgt

Wie wir uns ernähren, welche Konsumentscheidungen wir treffen und wie viel Wert wir auf regionale und saisonale Produkte legen, hat nicht nur unmittelbare Auswirkungen für uns selbst, sondern auch auf Menschen in anderen Ländern. So ...
Senegalesischer Bauer beim Bewässern seines Feldes Senegalesischer Bauer beim Bewässern seines Feldes | Bild (Ausschnitt): © Rikolto (Vredeseilanden) [CC BY-NC 2.0] - Flickr

Landwirtschaft im Senegal: Ein Kampf gegen Wüste und ausländische Investoren

Der Senegal ist am äußersten Westen Afrikas gelegen und grenzt dort an den atlantischen Ozean sowie an die Sahelzone im Norden. Das Land gilt als politisch stabil, mit einer funktionierenden Demokratie, und das Bruttoinlandsprodukt pro ...
 Auf dem Weg durch die Sahara sterben Schätzungen zufolge doppelt so viele Menschen wie auf dem Mittelmeer | Bild (Ausschnitt): © YXO [CC BY-ND 2.0] - Flickr

Todesfalle Sahara – Auf dem Weg durch die Wüste gibt es vermutlich noch mehr Tote als auf dem Mittelmeer

Die Trans- Sahara Migration ist ein uraltes Phänomen, das nur im Kontext der eng verflochtenen kulturellen- geographischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten der Sahara- Sahel Region verstanden werden kann. Um mit den unmenschlichen klimatischen Bedingungen der Region ...
Folgen von Klimawandel und falscher Bodenbearbeitung: Trockenheit reduziert die Ernteerträge | Bild (Ausschnitt): © Hoxuanhuong [All rights reserved] - Dreamstime.com

Senegal – Wo die Wüste das Land verschlingt

Der Senegal gilt schon lange als ein sicheres Herkunftsland, trotzdem haben im Jahr 2015 über 13 000 Senegalesen ihre Heimat verlassen. Die meisten landeten in Italien, Brasilien oder Deutschland. Der Senegal gilt als stabiles Land mit ...
 Vertrockneter Boden | Bild (Ausschnitt): © Björn Láczay [CC BY-SA 2.0] - flickr

Desertifikation und Hunger – Klimawandel treibt Menschen in die Flucht

Es gibt viele unterschiedliche Ursachen für Desertifikation. Entscheidend ist aber, dass sie vor allem durch menschliches Handeln ausgelöst wird. Auf unterschiedlichste Weise beuten wir die natürlichen Resso. Eine Fläche dreieinhalb Mal so groß wie Europa ...
Indigene Bevölkerungsgruppe Oromo. Mitglieder der Bevölkerungsgruppe der Oromo | Bild (Ausschnitt): © Jonathan Alpeyrie [CC BY-SA 3.0] - Wikimedia Commons

Äthiopien: Ausverkauf des fruchtbaren Lands auf Kosten der Indigenen

„ Es geht immer nur um Wachstum. Die neuen Farmen und Straßen, die Ausländern gehören, sind alles, was die Welt draußen mitbekommt, aber daran bereichert sich nur die Regierung. Für uns bedeutet das, dass wir ...
Ausführlicher Hinweis zum Datenschutz
[contentblock id=datenschutz]

Diesen Hinweis schließen

Jetzt den earthlink-Newsletter abonnieren:



Das Formular
wird geladen -
bitte einen Moment ...
PGlmcmFtZSBmcmFtZWJvcmRlcj0iMCIgYm9yZGVyPSIwIiBzdHlsZT0iYm9yZGVyOm5vbmU7IiBjbGFzcz0iYXV0b0hlaWdodCIgc3JjPSJodHRwOi8vd3d3LmVhcnRobGluay5kZS8/d3BtbG1ldGhvZD1vZmZzaXRlJmlmcmFtZT0xJmxpc3Q9MSIgaGVpZ2h0PSI0MDAiPg0KCTxwPkRhcyBGb3JtdWxhciBsw6RkIC0gYml0dGUgZWluZW4gTW9tZW50IHdhcnRlbiAuLi48L3A+DQo8L2lmcmFtZT4=
Ihre Daten behalten wir für uns!
Unsere Datenschutzerklärung
Auf welchem Weg möchten Sie uns unterstützen?

Liebe Leserinnen und Leser:

Verzeihen Sie bitte die Störung. Heute bitten wir Sie um Ihre Unterstützung. Unsere Kampagne "Fluchtgrund" erfährt großen Zuspruch und viel Lob für die umfangreichen und fundierten Informationen, die wir auf dieser Website bieten. Die Informationen werden genutzt von Interessierten, die sich objektiv über die Gründe informieren möchten, die Menschen dazu bringen ihre angestammte Heimat zu verlassen, von Schülerinnen und Schülern um Referate vorzubereiten, aber auch von Journalistinnen und Journalisten auf der Suche nach detaillierten Hintergrundinformationen. Aber nur ein Bruchteil der Nutzer spendet.

Trotzdem ein großer Teil der Arbeit durch Ehrenamtliche erbracht wird, kostet die Kampagne auch Geld. Hier sind wir auf Ihre Spende angewiesen! Wenn alle, die dies lesen, einen kleinen Beitrag leisten, hätten wir in einem Monat das Geld zusammen, das wir für ein Jahr benötigen. Schon der Preis einer Tasse Kaffee würde genügen. Es ist leicht, diese Nachricht nicht zu beachten und die meisten werden das wohl tun.

Wenn Sie diese Website nützlich finden, nehmen Sie sich jetzt bitte eine Minute Zeit und geben Sie mit Ihrer Spende etwas zurück. Herzlichen Dank!

SPENDENKONTO: earthlink e.V., IBAN: DE66 7002 0500 0008 8885 00, BIC: BFSWDE33MUE - Was passiert mit meiner Spende?

Auf welchem Weg möchten Sie uns unterstützen?

Sie können uns Ihre Spende online per PayPal zukommen lassen. Wenn Sie noch kein PayPal-Konto haben, können Sie hier auch mit Kreditkarte spenden.

SPENDENKONTO: earthlink e.V., IBAN: DE66 7002 0500 0008 8885 00, BIC: BFSWDE33MUE - Was passiert mit meiner Spende?

Auf welchem Weg möchten Sie uns unterstützen?

Herzlichen Dank für Ihre Spendenbereitschaft!

Ihre Spende können Sie gerne auf unser Spendenkonto überweisen oder einzahlen:

[contentblock id=spendenkonto]

SPENDENKONTO: earthlink e.V., IBAN: DE66 7002 0500 0008 8885 00, BIC: BFSWDE33MUE - Was passiert mit meiner Spende?