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Britische Regierung begünstigt Klimawandel durch Entwicklungshilfe für die Förderung fossiler Brennstoffe

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Die durch Entwicklungshilfe subventionierte umweltschädliche Infrastruktur für fossile Brennstoffe untergräbt die Fortschritte, die beim Klimawandel und bei der internationalen Entwicklung erzielt wurden. Die durch Entwicklungshilfe subventionierte umweltschädliche Infrastruktur für fossile Brennstoffe untergräbt die Fortschritte, die beim Klimawandel und bei der internationalen Entwicklung erzielt wurden. |  Bild: © Pasztilla aka Attila Terbócs [CC BY-SA 4.0]  - Wikimedia Commons

Die durch Entwicklungshilfe subventionierte umweltschädliche Infrastruktur für fossile Brennstoffe untergräbt die Fortschritte, die beim Klimawandel und bei der internationalen Entwicklung erzielt wurden. | Bild: © Pasztilla aka Attila Terbócs [CC BY-SA 4.0] - Wikimedia Commons

Britische Regierung begünstigt Klimawandel durch Entwicklungshilfe für die Förderung fossiler Brennstoffe

Eine aktuelle Studie der Entwicklungsorganisation CAFOD (Catholic Agency for Overseas Development) belegt, dass das Vereinigte Königreich zwischen 2010 und 2017 den Abbau von fossilen Rohstoffen im Ausland massiv gefördert hat. Durch eine Mischung aus Entwicklungshilfe, Exportkreditgarantien und anderen öffentlichen Fördermitteln unterstützte das Vereinigte Königreich Energieprojekte in Entwicklungsländern mit 7,8 Milliarden Pfund. Knapp 60 Prozent dieser Mittel entfielen auf fossile Brennstoffe, während lediglich 17 Prozent für die Finanzierung von Projekten erneuerbarer Energien aufgewendet wurden. Der COPA-Bericht zeigt, dass Großbritannien es versäumt hat, seine Entwicklungspolitik an die Ziele des Pariser Abkommens von 2015 anzupassen. Damals sprach sich das Land dafür aus, die menschengemachte globale Erwärmung aktiv begrenzen zu wollen. Die Förderung und das Verbrennen von fossilen Energieträgern wie Kohle und Erdöl verursacht Treibhausgase, welche wiederum die Erderwärmung antreiben. Laut COPA werden durch die absurd hohen Investitionen im Ausland für Kohle, Öl und Gas ärmere Länder an eine Zukunft mit fossilen Brennstoffen gebunden und der Übergang zu einer nachhaltigen Energieversorgung untergraben. 1) edie: UK’s overseas energy aid spending on fossil fuels spirals to £4.6bn; Artikel vom 23.07.2019 2) The Guardian: £680m of UK foreign aid spent on fossil fuel projects – study; Artikel vom 23.07.2019 3) European Commission: Causes of climate change; Stand vom 25.07.2019

Die britische Zeitung The Guardian berichtet, dass die Ausgaben des Vereinigten Königreiches für ausländische Öl- und Gas-Projekte seit 2017 sogar nochmals stark angestiegen sind. Im vergangenen Jahr allein gab das Land dafür knapp 2 Milliarden Pfund aus – elfmal mehr als noch 2017. Durch das Geld wurden unter anderem Energieprojekte im Irak und die Erkundung von Erdölquellen in Brasilien unterstützt. Obwohl die Regierung Großbritanniens sich als Vorreiter im Kampf gegen den Klimawandel darstellt, werden weiterhin Milliarden für den Ausbau der Förderung von fossilen Brennstoffen ausgegeben. Entwicklungsländer sind vom Klimawandel am stärksten betroffen. Vermehrte Naturkatastrophen, der Anstieg des Meeresspiegels  sowie steigende Temperaturen verschlechtern die Lebensbedingungen für die Bevölkerung dort massiv und treiben Konflikte an. So könnten Millionen Menschen zur Flucht gezwungen werden. Die Organisation Greenpeace prognostiziert, dass bis zum Jahr 2040 mindestens 200 Millionen Klimaflüchtlinge entstehen könnten. Während Großbritannien versucht, sich selbst weniger abhängig von Kohle, Öl und Gas zu machen, werden veraltete, klimaschädliche Technologien in ärmere Länder „exportiert“. 4) The Guardian: UK committed nearly £2bn to fossil fuel projects abroad last year; Artikel vom 27.06.2019 5) The Guardian: Government ‚funding fossil fuel-burning plants abroad‘; 10.06.2019 6) Deutsches Ärzteblatt: Klimawandel: Entwicklungsländer besonders betroffen; Veröffentlicht 2001 7) Greenpeace: 200 Millionen Klimaflüchtlinge bis 2040; Veröffentlicht am 14.10.2014 8) Bundeszentrale für politische Bildung: Klimawandel als Risikomultiplikator und Konflikttreiber; Veröffentlicht am 21.03.2018  9) The Guardian: £680m of UK foreign aid spent on fossil fuel projects – study; Artikel vom 23.07.2019

Der Ausbau der Förderung von fossilen Energieträgern hat außerdem weitreichende soziale und ökologische Folgen in den Entwicklungsländern selbst. Der Kohlebergbau beispielweise führt häufig zur langfristigen Verschmutzung der Gebiete um die Minen, welche so für jegliche andere Nutzung, wie den Lebensmittelanbau und den Fischfang unbrauchbar werden. Viele Menschen verlieren so ihr Einkommen und ihre Lebensgrundlage. Gleichzeitig führt der Bergbau zu Luftverschmutzung und beeinträchtigt die Gesundheit der Bevölkerung. Erdöl wiederum steht weltweit im Zentrum von zahllosen Konflikten. Sowohl im Mittleren Osten, in Afrika, oder in Südamerika sterben täglich Menschen aufgrund von Kämpfen um die wertvolle Ressource. Zugleich sind es selten die Armen, die eigentlich Unterstützung nötig hätten, welchen der Gewinn und die Energie aus dem Abbau von fossilen Rohstoffen zukommen. Stattdessen bleibt der Profit bei Großkonzernen und Eliten, während die Menschen, welche unter der Förderung am meisten leiden, kaum etwas davon haben. 10) The Guardian: Coal doesn’t help the poor; it makes them poorer; Artikel vom 31.10.2016 11) Mining Weekly: New research finds developing countries’ coal miners face ‘substantial risk inequality’; Artikel vom 31.10.2018 12) The Conversation: How the pursuit of carbon and fossil fuels harms vulnerable communities; Artikel vom 04.12.2016

Dass hierfür Geld der Entwicklungshilfe investiert wird, welches eigentlich die Lebensumstände der Ärmsten mit verbessern sollte, widerspricht auch den Zielen für nachhaltige Entwicklung, welche Großbritannien ebenfalls unterstützt. Laut diesen soll unter anderem der Zugang zu erschwinglicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle garantiert werden. Um dieses Ziel zu erreichen und die dringend benötigte Energiewende zu vollziehen, muss das Vereinigte Königreich laut CAFOD „die Unterstützung für die lokalen, erneuerbaren Energielösungen deutlich erhöhen.“ Diese seien die beste Option, um Menschen, welche aktuell keinen Zugang zur Stromversorgung haben, zu erreichen. Die durch Entwicklungshilfe subventionierte umweltschädliche Infrastruktur für fossile Brennstoffe hingegen untergräbt die Fortschritte, die sowohl beim Klimawandel, als auch bei der internationalen Entwicklung erzielt wurden. 13) Crux: UK government abets climate change through overseas aid, Catholic agency says; Artikel vom 24.07.2019 14) United Nations: About the Sustainable Development Goals; Stand vom 25.07.2019

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Ich bin Studentin und pendle zwischen Deutschland und meiner Wahlheimat Litauen im Baltikum. Bei EarthLink möchte ich mich entwicklungspolitisch engagieren und Einblick in die Arbeit einer NGO erhalten.

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