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Windenergie: ein Fluch für die indigene Bevölkerung in Chile und Kenia

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Mapuche Mapuche in Chile kämpfen für ihre Rechte |  Bild: © David Suazo Quintana [CC BY-NC 2.0]  - flickr

Mapuche in Chile kämpfen für ihre Rechte | Bild: © David Suazo Quintana [CC BY-NC 2.0] - flickr

Windenergie: ein Fluch für die indigene Bevölkerung in Chile und Kenia

Die erneuerbare Energie ist auf dem Vormarsch. Eigentlich eine gute Alternative zu den umweltschädlichen Kohlekraftwerken. Jedoch nimmt die Installation der Windkraftwerke mittlerweile Maßnahmen an, die der indigenen Bevölkerung in vielen Ländern schadet. Aktuell leiden besonders Chile und Kenia darunter.

Mapuche in Chile leiden unter Windpark

Seit über sechs Jahren wird  der Bau des größten Windparks von der deutschen Firma Wpd in Chile geplant. Sie will mit dem erzeugten Strom Energie für 350.000 Familien erzeugen. Dafür sollen innerhalb von 98 Tagen 77 Windräder gebaut werden. Insgesamt werden dafür 400 Millionen US-Dollar investiert.

Der Windpark soll in der Region von Collipulli errichtet werden. Diese Region gilt schon seit Jahren als Konfliktzone. Die Mapuche fordern dort ihre Ländereien zurück, die ihnen einst vom Staat geraubt wurden. 1)Deutschlandfunk: 77 Windräder als neue Nachbarn für die Mapuche, 07.02.2019 Als der Diktator Augusto Pinochet von 1973-1989 an der Macht war, wurde das Land der Mapuche privatisiert und an Großgrundbesitzer verkauft. Um die Ländereien zu schützen, wurde 1993 ein Gesetz erlassen, die sogenannte ,,Ley Indígena (No.19.253)‘‘, um die Zwangsumsiedlung der Mapuche zu verhindern und als illegal zu definieren. Großkonzerne, die wirtschaftliche Interessen an den Ländereien der Mapuche haben, können die Umsiedlung nur noch veranlassen, wenn sie den Menschen ein Land von gleicher Größe und Qualität anbieten. Stimmen die Menschen aber nicht zu, kann auch keine Zwangsumsiedlung stattfinden. 2)Mapuche: Mapuche;12.03.2019 Der Vertreter des deutschen Energie-Unternehmens Thomas Schröter beteuert, dass die Mapuche nicht unter dem Bau des Windparks leiden werden. Im Gegenteil soll er ihnen Wohlstand bringen.

Die Realität sieht aber anders aus! Für die 98 Tage Bauzeit werden nur 65 feste Arbeitsplätze garantiert. Der Ausweg aus der Armut kann damit schon mal nicht geschaffen werden. Auch die Pachtverträge für die Grundstücke, auf denen die Windräder errichtet werden, wurden nur mit reichen Agrarunternehmern geschlossen. Somit sehen auch die Mapuche von diesem Geld keinen Cent. Über den Bau des Windparks  hat die Mapuche niemand informiert. Dazu ist der chilenische Staat nach der Konvention 169 aber eigentlich verpflichtet. Die Konvention besagt, dass indigene Gemeinden über wirtschaftliche Groß-Projekte in ihrem Territorium frühzeitig informiert werden müssen. Da der Windpark auf dem Privatgrund der Großgrundbesitzer gebaut wird, ist das nicht geschehen. Der deutsche Konzern versucht die Menschen jetzt mit verlockenden Angeboten zu bestechen. Er bietet ihnen etwa einen neuen Hühnerstall oder die Renovierung des Hauses an. Das alles hilft den Mapuche aber nicht. Sie wollen am Gewinn beteiligt werden und nicht weiterhin in Armut leben müssen! 3)Deutschlandfunk: 77 Windräder als neue Nachbarn für die Mapuche, 07.02.2019

Kenianischen Fischern wird der Strom verwehrt

Auch in Kenia müssen die Menschen unter den Windparks von ausländischen Unternehmen leiden. Im Nordwesten des Landes hat nun der Betrieb eines der größten Windparks südlich der Sahara begonnen. Der Windpark verfügt über 365 Turbinen und wurde nahe der Grenze zu Äthiopien errichtet. Dort befindet sich auch der Turkanasee. Dort sind die Fischer auf den Strom angewiesen. Sie brauchen ihn, um ihre Fische nach dem Fang zu kühlen. Dank der starren Strukturen innerhalb des Landes werden die Fischer aber nicht an das Stromnetz angeschlossen. Eine Chance auf wirtschaftliche Entwicklung ist nicht in Sicht. Der Direktor der „Lake Turkana Wind Power“, Rizwan Fazal, redet sich mit dem Argument heraus, dass nach dem kenianischen Gesetz die Energie nicht direkt vom Unternehmen an die Bevölkerung geliefert werden kann. Erst muss an die ‚Kenia Power‘ verkauft werden und erst danach kann sich der Konzern um die Überlieferung des Stroms an die kenianische Bevölkerung kümmern. 4)Tagesschau: Sauberer Strom, aber nicht für alle; 11.03.2019

Auch hier verlieren die Menschen durch die Installation von Windkraftwerken ihre Arbeit, ihren Lebensraum und leider viel zu oft in Folge dessen auch ihre Heimat. Sie müssen sich woanders neue Perspektiven suchen. Erneuerbare Energie ist ein schlüssiges Konzept, aber ohne Rücksicht auf die heimische Bevölkerung stellt sie in vielen Ländern keine akzeptable Lösung dar.

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Fußnoten und Quellen:   [ + ]

Franziska / earthlink

Ich bin Franziska, studiere in München Ethnologie und wenn ich nicht gerade in Südamerika bin und Fotos von Alpakas mache, lese ich viel über internationale Politik und interessiere mich für die Geschehnisse weltweit. Ich will versuchen andere Leute aber vorallem auch mich selbst durch meine Arbeit bei earthlink, mit ein bisschen Wissen zu füttern.

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