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Der Preis des Fortschritts: Lithium-Abbau zerstört südamerikanische Region

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 Elektro- Auto |  Bild: "Car2Go Electric Car Sharing #2" © Paul Krueger [CC BY-NC 2.0]  - Flickr

Elektro- Auto | Bild: "Car2Go Electric Car Sharing #2" © Paul Krueger [CC BY-NC 2.0] - Flickr

Der Preis des Fortschritts: Lithium-Abbau zerstört südamerikanische Region

Unser modernes Leben basiert sehr stark auf den neuen Technologien, die es uns ermöglichen, immer und überall mobil zu sein. Fast jeder in Europa besitzt ein Handy, Laptop oder andere tragbare Geräte, die durch Lithium-Ionen-Batterien angetrieben werden. Auch die Energiewende und der verstärkte Umstieg auf Elektro- Autos basiert auf der Technologie der Lithium-Ionen-Batterie. Doch um uns diesen modernen Luxus zu ermöglichen, müssen große Mengen Lithium abgebaut werden und dies führt oft zu Problemen in den Abbauregionen. 1) Epo: Lithiumabbau droht eine ganze Region in Südamerika auszutrocknen: Veröffentlicht am 14.11.18  2) The Sociable: From the mines to your mobile: the questionable lithium battery supply chain: Veröffentlicht am 01.11.2018

Die weltgrößten Lithium- Vorkommen der Welt befinden sich im sogenannten Lithium- Dreieck, einem Gebiet in der Grenzregion der Länder Chile, Argentinien und Bolivien. Das Element Lithium, wichtiger Bestandteil von Akkus, findet sich hier in der höchsten Konzentration weltweit. Rund 70 Prozent der natürlichen Vorkommen sollen in den ausgetrockneten Salzseen des Dreiecks lagern. Der Bedarf nach dem Element und somit auch die Fördermengen sind in den letzten Jahren stetig sehr stark gewachsen und sollen sich bis 2025 nochmals verdoppeln. Denn fast alle Automobilhersteller bauen ihre Elektroauto- Sparte aus und für ein einzelnes E- Auto werden bis zu 40 Kilogramm Lithium benötigt. 3) Trendingtopics: Akkus für Elektroautos: Wird Lithium das neue Öl?: Veröffentlicht am 12.09.2017 4) The Sociable: From the mines to your mobile: the questionable lithium battery supply chain: Veröffentlicht am 01.11.2018

Das Lithium lagert unter den Salzseen der Region und seine Gewinnung ist nicht ganz einfach, denn dazu werden große Mengen Wasser entnommen. Zur Förderung des Leichtmetalls werden riesige Betonbecken installiert, in die Salzwasser gepumpt wird, bis es dort verdunstet ist und das Lithium abgebaut werden kann. Die Entnahme des Salzwassers führt in Wüstenregionen oft dazu, dass der Grundwasserspiegel sinkt. Noch dazu werden zur Gewinnung von industriellem Lithium Chemikalien eingesetzt und große Mengen Wasser verbraucht, was das Problem der Wasserknappheit in der Region weiter verstärkt. Für die Herstellung von einer Tonne Lithium werden 2 Millionen Liter Wasser benötigt und das in einer Region, in der es durchschnittlich nur 15 Millimeter pro Jahr regnet. 5) NZHerald: Sponging up lithium to power smartphones: Veröffentlicht am 17.11.2018  6) The Sociable: From the mines to your mobile: the questionable lithium battery supply chain: Veröffentlicht am 01.11.2018

Die Salzwüsten im Lithium- Dreieck gehören sowieso schon zu den trockensten Regionen der Welt, durch die steigende Nachfrage nach dem Leichtmetall könnte es für die Menschen dort unmöglich werden, ihrem traditionellen Leben nachzugehen. Die Quechua und Aymara sowie andere Anden-Völker sind stark von den begrenzten Wasservorkommen abhängig, um so Landwirtschaft betreiben zu können. Durch den Lithium- Abbau versalzen die Böden, wodurch Landwirtschaft unrentabel wird, die Vegetation vertrocknet und Tierarten verschwinden. Die indigenen Völker der Region sind jedoch stark an die natürlichen Gegebenheiten der Salzwüsten angepasst und für ihren Lebensunterhalt von ihnen abhängig. Sollten sie in Zukunft nicht mehr dort leben können, müssten sie die Region verlassen und würden womöglich wie viele andere Indigene in den großen Städten der Länder am Rande der Gesellschaft ihr Dasein fristen. Zudem gab es auch schon Ausschreitungen zwischen Minenbetrieben und indigenen Völkern, die sich in Zukunft vermutlich vermehren werden, wenn sich die Lage weiter zuspitzt. 7) Epo: Lithiumabbau droht eine ganze Region in Südamerika auszutrocknen: Veröffentlicht am 14.11.18

Wieder einmal trifft unsere Gier nach Rohstoffen die verletzlichsten der südamerikanischen Gesellschaft, die nur wenige Möglichkeiten haben, sich zu wehren oder sich woanders ein gutes Leben aufzubauen. Sie leben bereits seit Generationen an diesen Orten und werden in ihren Ländern sowieso schon oft unterdrückt und benachteiligt. Unser Drang nach einem modernen Leben und einer nachhaltigeren Welt sollte nicht dazu führen, dass indigene Völker auf ihrem Land nicht mehr leben können und die Natur dabei zerstört wird. Denn wer kann ein Elektroauto mit gutem Gewissen fahren, wenn er weiß, dass dafür ein indigenes Volk seine Heimat verlassen musste und die Natur vor Ort zerstört wurde. Daher sollte dringend an Technologien gearbeitet werden, um das Recycling von Lithium effektiver zu gestalten und nach wirklich nachhaltigen und gerechten Methoden der Mobilität gesucht werden. 8) Epo: Lithiumabbau droht eine ganze Region in Südamerika auszutrocknen: Veröffentlicht am 14.11.18  9) Trendingtopics: Akkus für Elektroautos: Wird Lithium das neue Öl?: Veröffentlicht am 12.09.2017

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Fußnoten und Quellen:   [ + ]

Benita / earthlink

Ich arbeite ehrenamtlich in den Projekten "Fluchtgrund" und "Aktiv gegen Kinderarbeit" mit. Studiert habe ich African Studies with Development und World Heritage Studies und arbeite seit Ende meines Studiums in der Flüchtlingshilfe.

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