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Landgrabbing und Klimawandel verschärfen Welthunger

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 Der Anbau von Ölpalmen in Indonesien ist für private Großkonzerne ein lukratives Geschäft |  Bild: © Rainforest Action Network [CC BY-NC 2.0]  - Flickr

Der Anbau von Ölpalmen in Indonesien ist für private Großkonzerne ein lukratives Geschäft | Bild: © Rainforest Action Network [CC BY-NC 2.0] - Flickr

Landgrabbing und Klimawandel verschärfen Welthunger

In  Äthiopien leben circa 85 Prozent der 90 Millionen Einwohner auf dem Land. Dennoch ist der Staat seit Jahrzehnten von Nahrungsmittelknappheit betroffen. Die direkten Folgen des Klimawandels wie extreme Hitze, Dürreperioden und verkürzte Regenzeiten führen zu einer ansteigenden Migrationsrate vieler Menschen. Fruchtbares Land wird durch das Vordringen der Wüste immer rarer. Durch die Desertifikation gehen jährlich 120.000 Quadratkilometer an wertvollen Agrarflächen verloren. In dem Land am Horn von Afrika gibt es keinen ländlichen Privatbesitz, das ganze Land gehört dem Staat. Die Regierung erhofft sich durch die Verpachtung riesiger Flächen an ausländische Investoren ein lukratives Geschäft. 1) Kurier: Klimaflüchtling bekommt Schutz; Artikel vom 17.09.17   2) Land-Grabbing: Land-Grabbing, was ist das?; aufgerufen am 20.03.18

Das sogenannte Landgrabbing ist nicht nur in Äthiopien vorzufinden. Vor dem Hintergrund des Klimawandels in Kombination mit der wachsenden Weltbevölkerung, der Urbanisierung und der damit fortschreitenden Flächenversiegelung wird der landwirtschaftliche Boden zu einem immer knapperen Gut und rückt somit stärker in das ökonomische Interesse ausländischer Privatkonzerne: Sie sichern sich durch Kauf- und Pachtverträge riesige Agrarflächen, die zur Profitmaximierung des globalen Nordens dienen.  Die Ländereien werden zum Anbau von Nahrungsmitteln und Pflanzen für die Spritgewinnung genutzt. Die Erzeugnisse werden in den globalen Norden exportiert. Während die Industriestaaten sich an den externen Ackerflächen bereichern, werden im Gegenzug die Entwicklungsländer rücksichtslos ausgebeutet. Laut der Menschenrechtsorganisation Oxfam war bereits 2011 eine Fläche von der Größe Westeuropas in der Hand ausländischer Privatkonzerne. 3) Utopia: Land Grabbing verständlich erklärt: Wie Konzerne Land rauben; Artikel vom 04.03.18

Wegen des Rückgangs fruchtbarer Böden versuchen internationale Unternehmen, sich möglichst viel davon abzusichern. Trotz Klimawandel wollen die Bewohner der industriellen Staaten nicht auf Soja, Zuckerrohr oder Öl verzichten, sodass die Nachfrage ungebremst wächst. Neben Afrika ist vor allem die südostasiatische Region wie Indonesien von Landgrabbing betroffen. Circa 10 Millionen Hektar Boden haben sich ausländische Investoren bereits angeeignet. 4) Kurier: Klimaflüchtling bekommt Schutz; Artikel vom 17.09.17

Wie Äthiopien haben die betroffenen Länder oftmals keine demokratischen Strukturen und bieten wenig Rechtssicherheit. Schwache Institutionen und korrupte Politiker begünstigen die Landnahme durch ausländische Großkonzerne. Die Ernährungssicherheit der eigenen Bürger spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Die Auswirkungen sind umfangreich. Die Folgen von Landgrabbing sind oft starke soziale Umbrüche, die ein hohes Konfliktpotential bergen. Ansässige Kleinbauernfamilien werden in Hilflosigkeit getrieben. Sie werden von den Ländereien verdrängt, wodurch ihr Überleben unmittelbar gefährdet wird.  Landgrabbing verursacht Vertreibung und Landflucht. Da für viele Menschen die Haupteinnahmequelle die Landwirtschaft ist, wird ihre Existenz gefährdet. Ohne Land zum Nahrungsmittelanbau sind sie gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. 5) Brot für die Welt: Landraub treibt Menschen in die Flucht; Artikel vom 12.08.16   6) Utopia: Interview zu Landgrabbing: „Arme und hungernde Menschen sind keine lukrative Zielgruppe; Artikel vom 26.02.18

Den Preis dafür bezahlen all diejenigen Menschen, deren Lebensunterhalt von der langfristigen Nutzung der Böden abhängt. Die regional angepasste Landwirtschaft wird verdrängt durch eine Agrarindustrie, bei der Boden zum Mittel für möglichst hohen Profit wird. Solange die Bewohner der Industriestaaten mit ihrer Nachfrage die privaten Großkonzerne finanziell unterstützen, wird kein Ende der Ausbeutung in Sicht sein. 7) Brot für alle: Land Grabbing; aufgerufen am 20.03.18

 

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Fußnoten und Quellen:   [ + ]

Über

Ich heiße Sonja, bin 21 Jahre und studiere im 5. Semester European Studies an der Universität Passau. Ich mache mein Praktikum bei earthlink um einen Einblick in die Arbeit und Projekte einer NGO zu bekommen.

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