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IS Terror in Mosul- UNO befürchtet eine Million Flüchtlinge

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 US Militär in Mosul  |  Bild: © The U.S. Army [CC BY 2.0]  - flickr

US Militär in Mosul | Bild: © The U.S. Army [CC BY 2.0] - flickr

IS Terror in Mosul- UNO befürchtet eine Million Flüchtlinge

Die Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) hatte im Sommer 2014 Mosul, Iraks zweitgrößte Stadt, unter ihre Kontrolle gebracht.  Um den IS zu vertreiben und die Stadt zurückzuerobern, begann am 17. Oktober 2016 eine Großoffensive, auch „Kampf um Mosul“ genannt, in der sich irakische Streitkräfte und verschiedene Unterstützer zusammengeschlossen hatten. Die irakischen Streitkräfte setzen sich aus paramilitärischen Polizeieinheiten, der Bundes- und der Grenzpolizei zusammen. Unterstützt werden sie von kurdischen Kämpfern, regionalen Milizen und den USA. Ende Januar nahmen die irakischen Truppen den Ostteil der Stadt ein. Die IS-Kämpfer im Westteil sollen nun mit einer weiteren Offensive vertrieben werden. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen halten sich dort eine halbe Million Zivilisten auf, eine weitere halbe Million soll bereits aus der Stadt geflohen sein. Lisa Grande, UNO-Koordinatorin für humanitäre Hilfe im Irak, betonte, dass der Kampf um Mosul die humanitäre Hilfe der UNO an ihre Grenzen gebracht hätte. Auch der UNO-Generalsekretär Antonio Guterres hatte sich Ende März ein Bild der Situation gemacht. Er besuchte ein Flüchtlingscamp im Osten der Stadt und beklagte die mangelnde Unterstützung der internationalen Gemeinschaft für die dort lebenden Zivilisten. Seiner Meinung nach sei mehr „internationale Solidarität“ notwendig, da die UNO nicht über die erforderlichen Mittel verfüge, um den Menschen zu helfen. 1) kleinezeitung.at: UNO: Fast eine halbe Million Menschen aus Mosul geflohen; Artikel vom 17.04.17

Dem Terror des IS soll ein Ende gesetzt werden. Doch Millionen Zivilisten geraten dabei unschuldig zwischen die Fronten, müssen in andere Städte oder Länder fliehen und lassen dabei ihr komplettes Leben zurück: Ihre Arbeit, ihre Häuser, ihre Heimat. Die UN-Flüchtlingshilfe geht von einer Million Flüchtlingen aus Mosul aus, von denen bis zu 700.000 Menschen humanitäre Hilfen benötigen werden. 2)uno-fluechtlingshilfe.de: Zwischen den Fronten: Flüchtlinge aus Mossul; nicht mehr verfügbar Schon jetzt haben mehr als 493.000 Menschen die Flucht aus Mosul ergriffen. Die UN-Koordinatorin Grande erklärte am Montag, allein die Zahl der flüchtenden Menschen sei erschütternd. 3) neues-deutschland.de: Halbe Millionen Zivilisten vor Militäroffensive auf Mossul geflohen; Artikel vom 17.04.17

Die Stadt ist die letzte Hochburg der Terrormiliz im Irak. Bevor die Jihadistenmiliz 2014 die Stadt einnahm, lebten dort zwei Millionen Menschen – heute sind es noch zwischen 1,2 und 1,5 Millionen. Zivilisten schildern dem Guardian Szenen aus dem Alltag: Der 35-jährige Mohammed erzählt, dass sich die meisten Menschen aus Angst in ihren Wohnungen verstecken und, weil sie nicht wissen, was sie tun sollen. Anhänger des Islamischen Staats fahren auf Motorrädern herum und tragen riesige Waffen mit sich. Sie mischen sich unter das Volk und deponieren Munition in fremden Wohnungen von hilflosen Zivilisten. Enthauptungen und Menschen, die in Käfigen ertränkt oder von Dächern geworfen werden, gehören in Mosul zum Alltag. Viele Menschen können sich eine Flucht gar nicht leisten oder wollen das Risiko, vom IS getötet zu werden, nicht eingehen. Abu Firas berichtet, er habe mehr als 2.000 US Dollar bezahlt, um mit Hilfe von Schmugglern über Syrien in die Türkei zu fliehen. Seine Brüder und deren Familien leben nach wie vor in Vororten Mosuls. Sie können sich die hohen Kosten nicht leisten. Abu Firas wartet darauf, bald wieder in seine Heimat zurückkehren zu können, wie es sich viele andere Flüchtlinge auch wünschen. Aber er weiß auch, dass das noch dauern kann: „Isis wird so schnell nicht aufgeben“. 4) theguardian.com: Anyone who flees is shot dead; Artikel vom 17.10.16

Bis wieder Ruhe in die Stadt einkehrt, werden noch Monate vergehen. Bis dahin ist es, wie UNO-Generalsekretär Antonio Guterres bereits eindringlich betonte, wichtig, den Menschen, die dort in Gefahr leben oder auf der Flucht sind, zu helfen.

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Fußnoten und Quellen:   [ + ]

Chiara Laut

Drei Jahre ist mein Abitur jetzt her - was ich genau machen möchte, weiß ich immer noch nicht, die Orientierungsphase läuft weiter. Was ich sicher weiß, ist, dass ich mich für Menschenrechte und deren Aufklärung einsetzen will - und hoffe, dass Earthlink mir dafür eine Möglichkeit bietet.

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