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Wasser als Waffe: Konflikt um Jordanwasser in Palästina und Israel

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Palästina  Bild: © Photo RNW.org [CC BY-ND 2.0]  - Flickr

Bild: © Photo RNW.org [CC BY-ND 2.0] - Flickr

Wasser als Waffe: Konflikt um Jordanwasser in Palästina und Israel

Wasser ist das höchste Gut für den Menschen. Trinkwasser ist für die Ernährung essenziell und der Zugang dazu ist sogar ein Menschenrecht. Trotzdem lebt etwa ein Sechstel der Weltbevölkerung, ca. 1,2 Millionen Menschen, in Gebieten, die von akutem Wassermangel betroffen sind. Da Wasser immer knapper wird, werden sich Konflikte und die daraus resultierenden Risiken für den Menschen immer weiter zuspitzen. Dabei spielt der Klimawandel, vor allem begünstigt durch die Emission der Industrienationen, eine große Rolle bei der Wasserverknappung. 1) Oxfam: Wasserkrisen durch Klimawandel; Broschüre vom Februar 2016 Besonders stark sind die Gebiete im Nahen Osten betroffen, da Niederschläge immer seltener werden. Schon kleine Änderungen im Klima begünstigen das.

Trockene Gebiete weltweit werden oft durch Flüsse mit Wasser versorgt. Experten warnten bereits 1990 davor, dass künftige Kriege um die lebenssichernde Ressource geführt werden. Am Beispiel Israels und des Westjordanlandes sind die Ausmaße von Wasserknappheit zu spüren. Diese Länder sind bereits durch den politischen Konflikt zerrüttet. Hinzu kommt die Abhängigkeit beider Gebiete vom Fluss Jordan. Er versorgt Israel, die palästinensischen Gebiete und Jordanien mit Wasser. 1967 besetzte Israel im Zuge des Sechs-Tage-Krieges die syrischen Golanhöhen und das Westjordanland. Dort liegen die wichtigsten Quellen und Zuflüsse des Jordans. Wasser stellte somit damals schon ein Kriegsmotiv dar. Israel zweigt seitdem etwa 90 Prozent des Wassers aus dem Jordan ab. Jordanien und die palästinensischen Gebiete müssen mit dem Rest auskommen. Hauptquelle Jordaniens ist der See Genezareth. Dessen Entnahme sollte 1994 durch einen Friedensvertrag geregelt werden. Allerdings sind nur die oberen Schichten des Sees trinkbar, weiter unten ist der Salzgehalt zu hoch. Israel pumpte sehr große Mengen des Süßwassers ab, weswegen Jordanien kaum Trinkwasser bleibt.

Von geregelter Wasserentnahme ist das Westjordanland noch weit entfernt. Da Israel die Gebiete besetzt, beansprucht es das Recht auf Grundwasser für sich. Den Palästinensern wurde der Bau von neuen Brunnen verboten und die Entnahme ist durch Quoten geregelt. Israelische Siedler bohrten aber dennoch neue, tiefere Brunnen im Westjordanland. Die höher gelegenen Wasserstellen der Palästinenser trockneten infolgedessen aus. 2) Planet Wissen: Konfliktstoff Wasser; Wassernot; Stand vom 16.1.2017 Israelis werfen Palästinensern vor, illegal Brunnen anzuzapfen. Zudem würden Palästinenser mehr Wasser bekommen, als ihnen vertraglich zusteht. 3) Tagesschau: Trockene Wasserhähne im Westjordanland; Palästinenser leiden unter Wasserknappheit; Video vom 14.08.2016

Im Wasserverbrauch zeigen sich deutliche Unterschiede. Die rund 9 500 israelischen Siedler auf palästinensischem Gebiet verbrauchen etwa drei Mal so viel Wasser wie die 60 000 Palästinenser. Das Quellwasser des Jordans geht zu 87 Prozent an Israelis und nur zu 13 Prozent an Palästinenser. Daneben sollen Israelis auch für die Zerstörung von Wasserbehältern und Zisternen verantwortlich sein. Aufgrund dessen muss die palästinensische Bevölkerung Wasser teuer in Supermärkten erwerben. 4) Oxfam: Wasserkrisen durch Klimawandel; Broschüre vom Februar 2016 Während Israelis bis zu 300 Liter täglich bekommen können, müssen Palästinenser mit 73 Litern leben. 5) Al Jazeera: Israel; Water as a tool to dominate Palestinians; Artikel vom 23.06.2016

Ein Vater einer siebenköpfigen Familie in der Kleinstadt Salfit muss oft auch mit 100 Litern für einen Tag auskommen und auch nur dann, wenn die Stadtregierung von Salfit die Reservoirs auffüllt.  6) Tagesschau: Trockene Wasserhähne im Westjordanland; Palästinenser leiden unter Wasserknappheit; Video vom 14.08.2016

Hier in Deutschland ist es oft selbstverständlich, dass fließend Wasser aus dem Hahn kommt und wir keine Wassernot haben. Da Industrienationen am Klimawandel und an der Verknappung der Trinkwasserreserven beteiligt sind, sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass durch uns das Wasser in anderen Teilen der Erde immer knapper wird und dort zu Ernährungsunsicherheit führt.

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Ich habe letztes Jahr mein Abi gemacht und interessiere mich für internationale Zusammenhänge und soziales Engagement. Ich möchte in verschiedene Berufe Einblick erhalten und deswegen freue ich mich EarthLink das nächste halbe Jahr als Bundesfreiwillige unterstützen zu können!

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