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Ausnahmezustand in Somalia – wiederholt sich die verheerende Hungersnot von 2011?

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 Wassermangel in Somalia |  Bild: © DFID - UK Department for International Development [CC BY 2.0]  - Flickr

Wassermangel in Somalia | Bild: © DFID - UK Department for International Development [CC BY 2.0] - Flickr

Ausnahmezustand in Somalia – wiederholt sich die verheerende Hungersnot von 2011?

Von Tierkadavern übersäte, ausgetrocknete Landschaften sind die nicht zu leugnenden Boten der Dürren, die das Horn von Afrika ereilen. Sie sind die schlimmsten seit über 60 Jahren – die Katastrophe von 2011, als 260.000 Menschen ums Leben kamen, scheint sich zu wiederholen. Auch damals wurde früh gewarnt und nicht genug unternommen, um die betroffenen Menschen zu retten. 15 Millionen Menschen sind heute in dieser Region bedroht, vor allem in Somalia. 1) epo-online: Dürre am Horn von Afrika ; 15 Millionen Menschen sind betroffen; Artikel vom 14.2.17  2) dw: Hungersnot zwingt zehntausende Somalier zur Flucht; Artikel vom 10.2.17 

Schon 2011 wurde das Land von einer Hungersnot erschüttert. Die Hälfte der 260.000 Opfer, die sie forderte, waren Kinder unter 5 Jahren. 3) Presseportal: Wieder Dürre am Horn von Afrika: Das Leben von 6,5 Millionen Kindern ist von Hunger bedroht; Artikel vom 27.1.17  Wie auch heute klagte die WHO, es seien nicht genug Gelder für die notwendige Hilfe vor Ort vorhanden. So wurden die Nahrungsmittel gekürzt und für langfristige Hilfsprogramme fehlten die Mittel. Auch damals war nicht nur eine Naturkatastrophe Schuld: die Getreidepreise stiegen als Folge der Agrarkrise, die vor allem Entwicklungsländer traf. Die Trockenperioden wurden schlimmer und verstärkten die Not in den Gebieten, in denen Warlords und islamistische Gruppen internationalen Helfern die Arbeit erschwerten. Große Anteilnahme im „Westen“ gab es erst dann, als uns Bilder von abgemagerten, hungernden Kindern erreichten. 4) Zeit Online: Angekündigt; Die Hungersnot in Somalia hätte vermieden werden können; Artikel vom 21.7.11

Und trotzdem ereilt Somalia und das Horn von Afrika gerade jetzt wieder dasselbe Schicksal. Die Zahlen sind ähnlich schockierend: 6,5 Millionen Kinder schweben wieder in Gefahr, zu verhungern. Die Hälfte leidet unter akuter Mangelernährung, wie Save the Children erneut warnt. Die Anzahl der hungernden Menschen in Somalia hat schon kritische Ausmaße erreicht. 5) Presseportal: Wieder Dürre am Horn von Afrika: Das Leben von 6,5 Millionen Kindern ist von Hunger bedroht; Artikel vom 27.1.17 Besonders die Lage von 680.000 Schwangeren und stillenden Müttern ist zu bedenken: die Dürre und Nahrungsmittelknappheit haben besonders für sie und ihre Kinder verheerende Auswirkungen. Die Frauen sind dort für die Beschaffung des Wassers zuständig. Dazu müssen sie immer weitere Wege zurücklegen und sind dabei auch sexueller Gewalt ausgeliefert. 6) epo-online: Dürre am Horn von Afrika ; 15 Millionen Menschen sind betroffen; Artikel vom 14.2.17

Die Gründe sind bereits bekannt: Das Land ist von einer politischen Instabilität geprägt, nicht zuletzt durch den seit 25 Jahren anhaltenden Bürgerkrieg. Während sich die Regierung im Wahlkampf befindet, verübt die islamistische Al-Shabaab-Miliz Anschläge auf Hotels, aber auch auf öffentliche Einrichtungen und Stützpunkte der UN und der Afrikanischen Union. So wird es den Helfern erschwert, effektiv eingreifen zu können. 7) ZDF heute: Ost-AfrikaHilferuf: Dürre prallt auf Politik; nicht mehr verfügbar  Das Wetterphänomen El Niño verschlimmert die Not der Menschen. Ernten fallen aus und Tiere, auf die die Nomaden angewiesen sind, verenden. Für ihr Getreide erhalten sie immer weniger Gewinn, die Nahrungsmittel- und Wasserpreise haben sich verfünffacht. In ihrer Not trinken die Menschen auch schädliches, stark salzhaltiges Wasser, welches zu Durchfallerkrankungen und auch zum Tod führen kann. 8) Aktion Deutschland hilft: Hungertod droht am Horn von Afrika; Artikel vom 10.2.17  9) epo-online: Dürre am Horn von Afrika ; 15 Millionen Menschen sind betroffen; Artikel vom 14.2.17

2011 hieß es, die Hungersnot hätte vermieden werden können. Etwa mit besserem lokalen Saatgut, Bodenschutz, Aufforstung, Regenwassersammelbecken und anderen ökologisch angepassten Agrarstrategien. Ebenfalls sagte der UN-Agrarexperte Kevin Cleaver schon damals voraus, dass die Regenperioden 2015, 2016 und 2017 ausfallen werden und stellte schon da die Frage: „[A]ber müssen wir dann auch ausfallen?“. 10) Zeit Online: Angekündigt; Fehlentscheidungen kosten Geld und Menschenleben; Artikel vom 21.7.11

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Fußnoten und Quellen:   [ + ]

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Ich bin Zoë und habe dieses Jahr die Schule mit dem Abitur beendet. Vor meinem Studium möchte ich mich hier sozial engagieren und mehr über entwicklungspolitische Hintergründe erfahren. Als Bundesfreiwillige freue ich mich earthlink für 6 Monate begleiten zu dürfen!

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