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Kongo und Chile: Schattenseiten der Elektromobilität

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Elektroauto ausgestellt in Bochum  Bild: ©  ruhrmobil-E e.V. [CC BY-NC-ND 2.0]  - Flickr

Bild: © ruhrmobil-E e.V. [CC BY-NC-ND 2.0] - Flickr

Kongo und Chile: Schattenseiten der Elektromobilität

Die Schattenseiten der Elektromobilität

Elektromobilität gilt als die zukunftsträchtigste Technologie in der Verkehrsökonomie. Sie ist umweltfreundlich und leise und  deshalb für die Industriestaaten das ideale Fortbewegungsmittel der Zukunft. Viele Industriestaaten haben bereits große Pläne, die Elektromobilität voranzutreiben. Deutschland plant beispielsweise, dass bis 2020 jedes 45. Auto mit Strom fahren soll. 1) desingualdades: Lithium in Bolivien – veröffentlicht am 23.12.2012

Was dabei jedoch außer Acht gelassen wird, sind die Probleme in den Ländern, welche die Rohstoffe für die Akkus liefern. Derzeit werden in Elektroautos fast nur Lithium-Ionen-Akkus eingesetzt.  2) stromschnell: Batterien in Elektroautos aktueller Stand und Perspektiven – veröffentlicht am 12.08.2016   Für diese Akkus benötigt man vor allem Lithium und Kobalt, deren Abbau eine Reihe von ökologischen und gesellschaftlichen Problemen mit sich bringt.

Lithium wird derzeit überwiegend in großen Salzseen in Lateinamerika sowie Australien und China abgebaut. Mehr als 80 Prozent des weltweiten Lithium-Vorkommens werden allerdings noch im sogenannten „Lithiumdreieck“ in Südamerika vermutet. Hierzu zählen die Staaten Bolivien, Chile und Argentinien. 3) Powershift: Rohstoffe für die Elektromobilität: Lithium – ein Stoff nicht nur zum träumen – nicht mehr verfügbar Die größten Probleme entstehen durch die Vorherrschaft internationaler Konzerne wie SQM oder Rockwood 4) handelsblatt: Lithium-Aktien – veröffetlicht am 24.02.2012   Diese Konzerne zahlen nur etwa 3 Prozent Steuern auf den Rohstoffwert, weshalb der Region wichtige Einnahmen für die Versorgung der Bevölkerung fehlen. Zudem erhalten diese Konzerne häufig weitere Sonderrechte in Bezug auf Umweltschutzauflagen oder Mitarbeiterrechte. Ein weiteres Problem ist der massive Wasserverbrauch. Zum einen, weil in den Abbauregionen in der Regel bereits Wasserknappheit vorherrscht und dieser so weiter verstärkt wird. Dies ist insbesondere für  Kleinbauern ein Problem, die immer tiefere Brunnen bohren müssen, aber diese Kosten kaum tragen können. Zum anderen werden viele Chemikalien eingesetzt, die durch den Wind weitertransportiert werden und so weiträumig das Grundwasser verschmutzen. Dies führt dazu, dass viele Menschen ihre heimischen Dörfer verlassen müssen. 5) Powershift: Rohstoffe für die Elekromobilität: Lithium – ein Stoff nicht nur zum träumen – nicht mehr verfügbar

Der Kobaltabbau findet verstärkt im Kongo statt. Die Minen sind hier häufig nicht registriert, weshalb kaum Sicherheitsmaßnahmen gelten und pro Jahr mehr als 100 Menschen durch Hangrutschungen, Schachteinstürze oder Wassereinbrüche sterben. Auch Kinderarbeit ist in diesen Minen weit verbreitet. Es wird vermutet, dass allein im Kongo zwischen 19.000 und 30.000 Kindern  bei der Herstellung des Kobalts mitwirken müssen. 6) EurActiv: “ Gefährlicher Kobaltabbau im Kongo“ – aktualisiert am 07.03.2014 Zudem sind auch in den Regionen rund um die Minen Böden und Gewässer verseucht. Denn für den Abbau und die Verarbeitung werden giftige Chemikalien eingesetzt, denen auch die Arbeiter häufig komplett ohne Schutzausrüstung wie Atemschutzmasken oder Schutzanzüge ausgesetzt sind. 7) öko-fair: Die Rohstoffe – zuletzt aufgerufen am 02.11.2016

Da den Menschen durch die Verseuchung die Lebensgrundlagen Wasser und ertragreiche Böden genommen werden, verlassen viele in der Hoffnung auf bessere Arbeitsplätze ihre Heimat. 8) EurActiv: “ Gefährlicher Kobaltabbau im Kongo“ – aktualisiert am 07.03.2014 Zwar haben viele Industrieländer, die Abnehmer der Rohstoffe sind, bereits Pläne aufgestellt, welche die Bedingungen in den Minen verbessern sollen. Da der Verkauf jedoch meist über Zwischenhändler erfolgt, ist es schwierig, diese Maßnahmen durchzusetzen.

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Fußnoten und Quellen:   [ + ]

Über

Ich studiere im vierten Semester Geographie in Bochum. Momentan mache ich für zwei Monate ein Praktikum bei earthlink, weil ich mich sehr für entwicklungspolitische Zusammenhänge interessiere und dabei mitwirken möchte, Menschen über die Probleme zu informieren.

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