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Bayer übernimmt Monsanto: Afrikanische Bauern kämpfen um ihre Existenz

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Mais Ernte Afrika  Bild: ©  Oxfam International [CC BY-NC-ND 2.0]  - flickr

Bild: © Oxfam International [CC BY-NC-ND 2.0] - flickr

Bayer übernimmt Monsanto: Afrikanische Bauern kämpfen um ihre Existenz

Mitte September gab die Bayer AG die Übernahme von Monsanto bekannt. Der Kaufpreis lag bei 66 Milliarden US-Dollar und ist damit die größte Übernahme eines deutschen Konzerns im Ausland. Aktionäre profitieren von dieser Fusion, doch für Bauern und Verbraucher ist es keine gute Nachricht. Monsanto produziert Saatgut und Herbizide, unter anderem das umstrittene Glyphosat. Zudem setzt sich das Unternehmen für die Herstellung gentechnisch veränderter Pflanzen ein. 1) Wikipedia: Monsanto; zuletzt aufgerufen am 06.10.2016 In Deutschland ist Gentechnik bisher verboten. Da aber nun die deutsche Bayer AG übernahm, ist es nicht mehr gesichert, dass Deutschland von genetisch veränderten Pflanzen frei bleibt. 2) swr: Schlecht für Verbraucher – gut für Aktionäre; Kommentar zur Bayer-Monsanto-Übernahme; nicht mehr verfügbar   Vor allem Bauern leiden aber unter dem Geschäft. Sie fürchten einen erheblichen Preisanstieg für Pflanzenschutzmittel und die Konkurrenz wird immer größer. 3) faz: Bauern machen gegen Bayer mobil; Monsanto-Übernahme; zuletzt aufgerufen am 06.10.2016

Am schlimmsten trifft es aber nicht die Bauern in den Industriestaaten wie Deutschland oder den USA. Die Landwirte in Afrika, die nicht bei einem solchen Deal mitreden können, müssen mit den größten Folgen rechnen. „Der Druck auf Afrika wird steigen, mehr Pestizide einzusetzen und auf gentechnisch veränderte Agrarprodukte zu setzen, vor allem bei Mais, Soja und Baumwolle“ gibt die Leiterin des Afrikanischen Zentrums für Biodiversität in Johannesburg in Südafrika zu bedenken. In diesem Land ist der Anbau von veränderten Pflanzen erlaubt, im Rest Afrikas allerdings kaum. Monsanto kontrollierte das Mais-Saatgutgeschäft bereits im südlichen Teil des Kontinents und auch in Westafrika. Mit der Übernahme wird Bayer seine Marktmacht in Afrika erweitern.

223 Millionen Menschen südlich der Sahara sind laut UN-Schätzungen unterernährt. Dürren und unvorhersehbar starke Niederschläge lassen die Erträge der Bauern sinken. Durch die Emission der Industriestaaten, werden Wetterextreme begünstigt. In Afrika sind aufgrund der schlechten Ernteerträge und resultierender Hungersnöte viele Bauern auf Saatgut und Pestizide angewiesen.  Die Landwirte verdienen wenig Geld und werden sich teures Saatgut nicht mehr leisten können. Dennoch sehen einige Vorteile in der Übernahme. Monsanto warb mit einem speziellen Mais-Saatgut, welches mit besonders wenig Wasser auskäme. Damit könnten mehr Menschen versorgt werden. Das Unternehmen baute bereits in verschiedenen afrikanischen Ländern genmanipulierte Baumwolle, Zuckerrohr, Tomaten und Bananen an.

Kritiker sehen darin keine Lösung für Unterernährung. Ihrer Meinung nach liegt das Problem bei den Böden. Diese müssen mit natürlichen Düngemitteln angereichert werden, dann können die Pflanzen auch besser wachsen. Zudem möchten vor allem kleine Bauernunternehmen das traditionelle Saatgut bewahren. 4) dw: Mit Gentechnik gegen den Hunger?; Afrika; zuletzt aufgerufen am 06.10.2016 5) dw: Der Bayer-Monsanto-Deal; Risiken und Nebenwirkungen für Afrika; zuletzt aufgerufen am 06.10.2016

Die Agrarkonzerne kaufen immer größere Flächen auf, um mehr anbauen zu können. Die bewirtschafteten Äcker werden somit von wenigen, mächtigen Unternehmen kontrolliert. Nicht nur in Afrika, sondern auch in südamerikanischen Ländern wie Paraguay haben Menschen mit den mächtigen Landwirtschaftskonzernen zu kämpfen. Indianer und Kleinbauern werden vertrieben, damit immer mehr Soja angebaut werden kann. Diese können sich nicht mehr selbst ernähren und die Lebensweise wird zerstört. Diese Zerstörung sowie der steigende Konkurrenzkampf und die Hungersnöte werden weitere Flüchtlingswellen auslösen. 6) Zeit: Monsanto hat Afrika im Griff; Recht auf Nahrung; zuletzt aufgerufen am 06.10.2016

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Fußnoten und Quellen:   [ + ]

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Ich habe letztes Jahr mein Abi gemacht und interessiere mich für internationale Zusammenhänge und soziales Engagement. Ich möchte in verschiedene Berufe Einblick erhalten und deswegen freue ich mich EarthLink das nächste halbe Jahr als Bundesfreiwillige unterstützen zu können!

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