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Streubomben: Geächtetes Kriegsgerät in Syrien und dem Jemen im Einsatz – Ein Verbot braucht Russland und die USA

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  Bild: ©  vaXzine [CC BY-NC-ND 2.0]  - Flickr

Bild: © vaXzine [CC BY-NC-ND 2.0] - Flickr

Streubomben: Geächtetes Kriegsgerät in Syrien und dem Jemen im Einsatz – Ein Verbot braucht Russland und die USA

Der kürzlich veröffentlichte Bericht der Koalition gegen Streumunition zeichnet ein gemischtes Bild: Im Jahr 2008 unterzeichneten zwar bereits 119 Staaten ein Abkommen gegen den Einsatz der grausamen Bomben. Doch war schon damals klar, dass die größten Produzenten von Streumunition, wie die USA und Russland, sich nicht an dem Abkommen beteiligen würden. Seither haben lediglich 29 Staaten das Abkommen ratifiziert. Hierbei wurden 1,4 Millionen der Geschosse zerstört.1)New York Times: Report finds Ban hasn’t halted use of Cluster Bombs in Syria or Yemen; Artikel vom 01.09.2016  Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, doch sind aus Syrien und dem Jemen wieder verstärkt Einsätze von Streubomben belegt. Diese kosteten mindestens 350 Menschen das Leben. Bei den Opfern handelte es sich überwiegend um Zivilisten.2)Deutschlandfunk: Streubomben – Weiter im Einsatz in Syrien und im Jemen; Artikel vom 01.09.2016 leider nicht mehr verfügbar

Besonders in Syrien sollen die Einsätze der Cluster-Munition seit dem Eintritt Russlands in den Konflikt stark zugenommen haben. Alleine hier sind die Abwürfe von mindestens 13 verschiedenen Munitionssorten – luft- oder bodengestützt – bekannt. Im Jemen sind vor allem Saudi-Arabien und seine Koalitionspartner für die Einsätze verantwortlich. Über 19 Attacken von 2015 bis 2016 sind nachgewiesen. Saudi-Arabien bekämpft im Nachbarland die schiitischen Huthi-Rebellen, die sich gegen die Zentralregierung stellen. Doch auch ein Einsatz der gebrandmarkten Geschosse durch die US-Armee im Jemen aus dem Jahr 2009 ist belegt. Die meiste der in Jemen eingesetzte Streumunition stammte ursprünglich aus drei Ländern: den Vereinigten Staaten, Großbritannien und Brasilien.3)New York Times: Report finds Ban hasn’t halted use of Cluster Bombs in Syria or Yemen; Artikel vom 01.09.2016

Streumunition beschreibt allgemein Geschosse oder Bomben, die sich nach ihrem Abwurf in einige oder teilweise hunderte kleinere Teilgeschosse aufspalten. Hiermit kann ein Bereich von der Größe mehrerer Fußballfelder zerstört werden. Für jeden, der sich in diesem Einzugsbereich aufhält, endet der Einsatz zumeist tödlich oder mit schwersten Verletzungen. Ein besonderes Problem aber stellen die nicht detonierten Sprengsätze dar. Diese kontaminieren große Bereiche und detonieren je nach Art der Munition und Umgebung nach Kontakt oder aber extrem zeitverzögert erst Jahre später. Vor allem im ehemaligen Einzugsgebiet des Vietnamkrieges, in Laos, Kambodia und Vietnam, wurden ganze Regionen durch den Einsatz der Munition zu Gefahrengebieten.4)Landmine and Cluster Munition Monitor: Cluster Munitions; Stand: 01.09.2016

Der Einsatz von nicht zielgerichteter Munition ist nicht mehr zeitgemäß und unmenschlich. Vor allem die USA, Großbritannien und Russland müssen sich endlich dazu entscheiden, die Herstellung zu untersagen, den Export zu verbieten und Angriffe mit Streumunition zu verbieten. Viele westliche Länder, wie  Deutschland, Italien, Japan und auch Frankreich, gehen schon mit gutem Beispiel voran. Doch braucht es eine breite internationale Initiative, die alle Sicherheitsratsmitglieder mit einschließt, um diese Waffen endlich vollständig aus dem Umlauf zu bringen und Konflikten unnötige Grausamkeit zu nehmen. Besonders für die gefahrlose Rückkehr von Geflüchteten in ihre Heimat ist dies unverzichtbar.

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Fußnoten und Quellen:   [ + ]

Über

Ich studiere Politik und Soziologie an der LMU München. Globale und gesellschaftliche Ungleichheiten sind die Hauptgründe für Kriminalität, Kriege und Flüchtlingsbewegungen. Ich bin Praktikant bei earthlink e.V., um die Menschen weiter über diese Zusammenhänge aufzuklären.

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