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Accra – die „toxic city“ vergiftet mit unserem Elektroschrott

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  Bild: © Jcaravanos [CC BY-SA 4.0]  - Wikimedia Commons

Bild: © Jcaravanos [CC BY-SA 4.0] - Wikimedia Commons

Accra – die „toxic city“ vergiftet mit unserem Elektroschrott

In Ghanas Hauptstadt Accra liegt eine der größten Elektroschrott-Müllhalden Afrikas. Ihr Stadtteil Agbogbloshie wurde 2013 von der Umweltorganisation Blacksmith Institute zum verseuchtesten Ort der Welt gewählt – mit der giftigsten Müllkippe dieses Kontinents. 1)Netz Frauen: E-Schrott-Albtraum in Afrika – Stand: 22. April 2016 Hier werden ausgediente Altgeräte aus Amerika und Europa von Arbeitern und nicht zuletzt von Kindern und Jugendlichen verbrannt und sortiert, um verwertbares Metall, Kupfer, Aluminium und Blei zu suchen und damit etwas Geld zu verdienen. Manche der Chemikalien, mit denen die Kinder und Arbeiter umgehen, sind nicht nur für den Menschen schädlich, sondern auch für die Umwelt. Messungen haben ergeben, dass die Schadstoffbelastung in Luft und Boden auf der Müllkippe um das 50-fache über den als gesundheitlich unbedenklich geltenden Werten liegt. 2) Planet Wissen: Giftiger Elektromüll – Stand: 25. Mai 2016 Viele Einwohner kennen die Gesundheitsgefahr, die von ihrer Umgebung ausgeht, aber sind aufgrund der extremen Armut in der sie leben, dazu gezwungen, dort zu arbeiten . 3) Deutschlandfunk: Überlebensstrategie Elektroschrott – Stand: 21. Mai 2016

Mehr als 40 Millionen Tonnen Elektroschrott werden weltweit jedes Jahr produziert, darunter Computer, Fernseher, Handys und Haushaltgeräte. 4) Spiegel Online: E-Waste Republic – Stand: 10. Junie 2016 Viele von diesen Elektrogeräten gelangen auf undurchsichtigen Kanälen in Entwicklungsländer. Die UNO stellte fest, dass nur ein Sechstel des Elektroabfalls wiederverwendet wird. 5) Tages Woche: Hier landet unser Elektroschrott – Stand: 15 Mai 2016 Die Gewinnung aber von Rohstoffen durch Recycling ist in vielen Industrieländern zu teuer. Die Mengen an Metallen, die dabei wiederverwendet werden könnten, sind nur sehr gering. Statt den Elektromüll in den Herkunftsländern zu recyceln, wird er als gebrauchsfähige Secondhand-Ware gekennzeichnet und nach Asien oder Afrika exportiert. Aber ein großer Teil davon ist nur Schrott, obwohl der Export von Schrott und nicht funktionierender Geräte laut des Basler Übereinkommens verboten ist . 6)Planet Wissen: Giftiger Elektromüll – Stand: 25. Mai 2016

Für die Händler spielt es keine Rolle, ob die Geräte, die nach Afrika verschifft werden, funktionieren. Sie werden in den Häfen in Europa kaum getestet oder kontrolliert. Aus Deutschland zum Beispiel werden nach Uno-Schätzungen etwa 100.000 Tonnen Elektroschrott pro Jahr exportiert. Vermeintliche Altauto-Exporte im Hamburger Hafen sind oft vollgestopft mit Elektronikschrott und werden in Afrika verkauft. 7) Spiegel Online: Uno-Studie zu Elektroschrott: Europas Gift verseucht Spielplätze in Afrika – Stand: 30. Oktober 2011

Das Leben in Accra ist aufgrund der Elektroschrott-Deponien für viele nicht mehr lebenswert. Kein Mensch sollte unter solchen Bedingungen leben, vor allem wenn die Industrieländer verantwortlich für die Vergiftung seines Lebensraums sind. Die USA und Europa produzieren viel und kippen in Afrika und Asien ab,  was sie selbst nicht mehr haben wollen. Sie exportieren illegal ihren Schrott ohne daran zu denken, dass das Leben der anderen beeinträchtigt wird. Die Luft und der Boden in Accra sind extrem verseucht und die Lebensbedingungen für ihre Bewohner werden als Folge immer schlechter. Dies führt dazu, dass immer mehr Menschen fliehen müssen, um nicht mehr von den Müllbergen um sie herum leben zu müssen.

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Fußnoten und Quellen:   [ + ]

Luz / earthlink
1 Kommentar
  • Horst Petrossowitsch
    Veröffentlicht um 21:15h, 11 März Antworten

    Es ist wie nach Ende des zweiten Weltkrieges: Auch damals haben viele angeblich gar nichts gewußt.

    Wenn wir ehrlich sind, dann wissen wir (beinahe) alles. Wir wissen doch ganz genau, wie gut wir leben, während andere sich abrackern, ihre Gesundheit ruinieren und NIEMALS und für GENERATIONEN NICHT, den Wohlstand werden erwirtschaften können, zu dem wir gründlichen Deutschen „es hier gebracht“ haben.

    Aber sind wir denn bereit auf „unseren“ Wohlstand zu verzichten, und die Ressourcen gerechter zu verteilen?

    Ganz ehrlich? Im Leben nicht. Da muß schon wer kommen und uns mit vorgehaltener Pistole dazu zwingen, daß wir etwas hergeben. Wir abendländische Christengemeinschaft.

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