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Zu viele Waffen, zu wenig Nahrung – Banken und westliche Waffenexporteure verschärfen Krise im Jemen

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Ein zerbombtes Haus in Jemens Hauptstadt Sanaa. Ein zerbombtes Haus in Jemens Hauptstadt Sanaa. |  Bild: © Ibrahem Qasim - Wikimedia Commons

Ein zerbombtes Haus in Jemens Hauptstadt Sanaa. | Bild: © Ibrahem Qasim - Wikimedia Commons

Zu viele Waffen, zu wenig Nahrung – Banken und westliche Waffenexporteure verschärfen Krise im Jemen

Im Jemen war viel Hoffnung verbunden mit vergangenem Montag, den 18. April 2016. An diesem Tag hätten in Kuwait unter Vermittlung der Vereinten Nationen Friedensgespräche zwischen den schiitischen Huthi-Rebellen, die vom Iran unterstützt werden, und Vertretern der  sunnitischen und von Saudi-Arabien unterstützten Regierung stattfinden sollen.

Doch Jemens ehemaliger Präsident Ali Abdullah Saleh und die mit ihm verbündeten Rebellen ließen verlauten, die Verhandlungen seien sinnlos, solange nicht die für den 10. April ausgehandelte Waffenruhe respektiert werde. Kämpfe und Luftangriffe finden weiterhin zum Beispiel in der Stadt Tais statt. Also entschieden die Huthis, vorerst nicht nach Kuwait zu reisen, sondern in Jemens Hauptstadt Sanaa zu bleiben. 1) dw.com: Jemen: Friedensgespräche verzögern sich – Artikel vom 18.04.2016

Die Delegation der international anerkannten Regierung des Jemen unter Präsident Abd-Rabbu Mansur Hadi dagegen ist bereits in Kuwait angekommen. Der UN-Vermittler in dem Konfilkt, Ismail Ould Cheikh Ahmed, versucht nun, die Huthis zu überzeugen, an den Friedensgesprächen teilzunehmen. 2) ndtv.com: UN Chief Urges Warring Yemen Parties To Start Peace Talks – Artikel vom 20.04.2016

Dem Konflikt, der mittlerweile schon über ein Jahr andauert, fielen bislang etwa 6100 Menschen zum Opfer. Er hat 2,4 Millionen Menschen in die Flucht getrieben. Und über 80 Prozent der Jemeniten sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. 3) epo.de: Jemen – Finanzkrise verschärft humanitäre Krise – Artikel vom 24.03.2016   Eine Hungersnot stellt für über sieben Millionen von ihnen eine akute Bedrohung dar. 4) wfp.com: Yemen Emergency – Stand: 20.04.16   Denn zur Ernährungskrise trägt eine Finanzkrise noch zusätzlich bei: Internationale Banken verweigern Nahrungsmittelimporteuren zunehmend die Kredite. Die Folge: Die Zentralbank des Jemen kann die Preise für Grundnahrungsmittel immer weniger stabilisieren. Ihre Währungsreserven neigen sich dem Ende zu. Das bedeutet, dass der Import für beispielsweise Zucker, Weizen oder Reis immer teurer wird. Im Jemen ist das ein besonders großes Problem, denn das Land importiert 90 Prozent seiner Lebensmittel.

Um die Zivilsten im Jemen ausreichend humanitär zu versorgen, haben die Vereinten Nationen Regierungen in aller Welt dazu aufgerufen, zu spenden. Doch bisher sind erst vier Prozent der benötigten finanziellen Mittel eingegangen. Währenddessen werden die Konfliktparteien immer weiter mit Waffen beliefert: Im Jahr 2015 gelangten Rüstungsgüter im Wert von 25 Milliarden Dollar ins Land. 5) epo.de: Jemen – Finanzkrise verschärft humanitäre Krise – Artikel vom 24.03.2016

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Fußnoten und Quellen:   [ + ]

Franziska Krauss
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