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Darfur: kein ethnischer Konflikt – Krieg und Terror als Folge des Klimawandels

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Ein Fluechtlingscamp im Tschad. Ein Fluechtlingscamp im Tschad. |  Bild: © Mark Knobil [CC BY 2.0]  - wikimedia commons

Ein Fluechtlingscamp im Tschad. | Bild: © Mark Knobil [CC BY 2.0] - wikimedia commons

Darfur: kein ethnischer Konflikt – Krieg und Terror als Folge des Klimawandels

Konflikte in afrikanischen Ländern werden geltend der öffentlichen Meinung meist durch ethnische und religiöse Spannungen hervorgerufen. Aber die Hintergründe dafür sind vielschichtiger.

Der Darfur-Konflikt begann als eine ökologische Krise, welche zumindest teilweise dem Klimawandel geschuldet ist. 1) theguardian.com: Darfur conflict heralds era of wars triggered by climate change – Stand 21.03.2016 Der aussetzende Regen vor dem Ausbruch des Konflikts trug zum Gewaltpotenzial und der Unzufriedenheit der Gruppen wesentlich bei. Ethnische Spannungen um die verbleibenden Ressourcen resultieren folglich aus dem Klimawandel.

Neben den massiven, direkten Einflüssen des Klimawandels, zum Beispiel durch Überschwemmungen oder Stürme, werden auch die indirekten langfristigen Folgen zu einem tatsächlichen Problem. Strukturschwache und instabile Länder wie der Sudan sind besonders verwundbar für den Klimawandel, da dieser in Ressourcenknappheit und damit bewaffneten Konflikten resultieren kann. 2) harep.org: Warfare in Darfur: the Desert versus the Oasis Syndrome – Stand 21.03.2016

Landgrabbing führt auch im Sudan zur massiven Ausbeutung von Boden und Wasserressourcen. Außerdem wird der Hunger der lokalen Bevölkerung und der Konflikt um die wenigen Ressourcen, die im Land verbleiben, vorangetrieben: Nur etwa ein Prozent der landwirtschaftlichen Erträge im Sudan verbleiben im Land. 3) fr-online.de: Landraub in den ärmsten Ländern Afrikas – Stand 21.03.2016

Durch den menschengemachten Klimawandel verstärkt sich das Versorgungsrisiko noch mehr. In Dürrezeiten hat der Sudan mit fehlenden Reserven und einem minimierten Agrarpotenzial zu kämpfen. Es entstehen Kämpfe um das wertvolle Trinkwasser, für das man bei uns nur den Wasserhahn aufdrehen muss. Der Zugang zu Wasser sowie zu grundlegenden Nahrungsmitteln, wie etwa Reis, ist dort keineswegs eine Selbstverständlichkeit.

Der Darfur-Konflikt geht zu einem großen Teil um die vorhandenen Ressourcen. Die schlechte wirtschaftliche Lage und die häufigen Dürren, verursachten 400.000 Binnenflüchtlinge allein im Jahr 2013. 4) bpb.de: Sudan/Darfur – Stand 21.03.2016

„Der Klimawandel ist das größte Sicherheitsrisiko der Welt“. Nur sehr weit entwickelte Staaten können angemessen auf den Wandel reagieren. Wenn sich der Staat nicht angemessen um seine Bürger kümmern kann, steigt die Gefahr, dass das Vertrauen in Terrorgruppen gesetzt wird.

Die abnehmenden Ernteerträge in Darfur sind auch der globalen Klimaerwärmung geschuldet. Über zwei Millionen Menschen sind deshalb aus der Region geflohen, wegen Mangel an Wasser und Nahrung. „Der Klimawandel ist das größte Sicherheitsrisiko in der Welt“, stellte die ehemalige Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) treffend fest. Laut der Bundesregierung wie auch US-Experten stellt der Klimawandel sogar ein größeres globales Sicherheitsrisiko als Kriege und der Terrorismus dar. Die Folgen können in Entwicklungsländern wegen fehlender Technik und Infrastruktur nicht abgefangen werden. Deshalb kommt es zu massiven Flüchtlingsströmen, Kämpfen und einer Zunahme des Terrorismus. 5) spiegel.de: Dürre: Ban Ki Moon sieht Klimawandel als Kriegstreiber in Darfur – Stand 21.03.2016

Der Klimawandel ist mit herkömmlichen militärischen Bedrohungen nicht vergleichbar, weil er nicht irgendein Krisenherd ist, den wir zu beherrschen versuchen. Jedes Land und jeder Mensch dieser Erde ist zum selben Zeitpunkt von ihm betroffen. Fraglich bleibt warum wir den bewaffneten Lösungsansatz für Konflikte einem friedlichen, mit senkender CO2 Ausstoß-Regulation, vorziehen.

Auch der ehemalige Oberkommandeur der US-Streitkräfte sieht den Klimawandel als bedrohliches Phänomen, welches den Kampf gegen den Terror verlängert. Die Verringerung des CO2-Ausstoßes ist eine Notwendigkeit für die internationale Sicherheit, denn schlussendlich werden wir mit Menschenleben für unsere Nachlässigkeit bezahlen. 6) spiegel.de: Sicherheitsstudie: US-Generäle warnen vor Klimawandel – Stand 21.03.2016

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Fußnoten und Quellen:   [ + ]

Nina Meschnark
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